Kaum ein deutscher Elektronik-Musiker hat eine derart vielfältige Karriere hinter sich wie der aus Frankfurt am Main stammende, in Berlin lebende Tobias Freund. Als Toningenieur im Studio von Pop-Midas Frank Farian schraubte er am kristallklaren Radio-Sound von Mainstream-Acts wie Milli Vanilli. Mit Dandy Jack produzierte er euphorisierenden Minimal-House, mit seinem Solo-Act Pink Elln eiferte er dem futuristischen Electro-Pop von Kraftwerk nach. Sein Interesse an Futurismus und Modernität riss 2005 ab. Bei seinem damals gestarteten tobias.-Alias geht es um Techno an sich. Mit der Systematik und Genauigkeit eines Jazzmusikers erkundet er die klanglichen und harmonischen Möglichkeiten der Musik. Sein tobias.-Debütalbum von 2011 macht ein extrem großes Spektrum zwischen technoiden, electroiden, dronigen und housig verspielten Tracks auf. Vocal-Samples sorgten für eine ironische Note. Das neue Album ist konsistenter, eine bestimmte Energie zieht sich durch alle Stücke. A Series Of Shocks wird von flirrenden Synthesizer-Arpeggios getragen, die immer wieder in völlig neuen Konstellationen auftauchen. Der Floor tritt dabei genauso zurück wie eine greifbare persönliche Motivation. Es gibt keinen vordefinierten Klangraum, der in jedem Track wieder ausgefüllt wird. Vielmehr bestimmten die jeweiligen Sounds die Dimensionen. Technoide Strenge und Abstraktion wird von einem Vertrauen in die Eigendynamik der Synthesizer-Spuren gebrochen. Man folgt den Klängen, aber nur ein Stück weit: A Series Of Shocks bewahrt sein Geheimnis, es handelt von der Widerständigkeit der Geräte, von der Autarkie der elektronischen Sounds.

 


Stream: TOBIAS.A Series Of Shocks (Preview)