Geisterstädte scheinen ein steter Inspirationsquell für Musiker zu sein. So gesehen und gehört jüngst bei Efterklangs Piramida-Album und nun auch auf Hauschkas jüngstem Werk, das dieses Mal auf City Slang erscheint. Acht der neun neuen Stücke auf Abandoned City wurden von Volker Bertelmann nach verlassenen Städten wie „Pripyat“ oder „Thames Town“ benannt, wobei hier aber keine Stimmungen dokumentiert, sondern generiert werden: Hauschka hat keine der Städte besucht, sondern sich vielmehr von ihnen zu lautmalenden, mal mäandernden, mal schwelgerischen Ausritten auf seinem präparierten Klavier inspirieren lassen. Neben den üblichen Verdächtigen wie Tape oder Holzstäben spielt diesmal auch ein Becken und eine verhuschte Bassdrum aus der Dose mit, was dem Album auch zu dem vergleichsweise rhythmischen und perkussiven Sound verhilft. Das funktioniert auch ohne den konzeptuellen Überbau und leuchtet vor allem in den Momenten („Who Lived Here“, „Craco“ oder „Stromness“) mit voller Strahlkraft auf, bei denen sich Melodie und Repetition zu großem Drama vereinen.

 


Video: HAUSCHKAElizabeth Bay