Auf djbroadcast.net hat Nina Kraviz gerade ihre liebsten Dance Mania-Platten vorgestellt. Diese Doppelmaxi ist eine Hommage an das besondere Format des Labels. Eine Dance Mania-Maxi konnte locker sechs Stücke enthalten und verschiedene Stile bedienen. Oft lieferten die Künstler unterschiedliche Versionen der Tracks ab. Manchmal wurde auch gleich ein Remix eines anderen Künstlers mitgeliefert. Ein solches Sammelsurium ist „Mr Jones“, das in der Digitalversion zehn Tracks enthält und achtzig Minuten lang ist. Meistens lässt Kraviz ihren flachen, kurzatmigen Chicago-Groove laufen und macht irgendwas mit ihrer Stimme. Mal wiederholt sie Sätze wie ein beschwörendes Mantra, mal sind es Wortfetzen, bei denen es um den Klang ihrer Stimme geht, mal ist es ein kindlicher, selbstvergessener Singsang. Einmal formen sich die Worte zu einem Jazz-Song, einmal ist es ein Dialog zwischen ihr und einer sonoren Männerstimme über Austern und Muscheln, Perlen und Abfall. Manchmal fügen sich die Tracks zu einer reduzierten, gedehnten Dramaturgie („Desire“, „Sheer“), manchmal sind es freie Jams („So Wrong“). Der mit Luke Hess produzierte Track fällt durch seinen dichten, fett produzierten Sound heraus. Noch mehr überrascht ist die russische Volksmusik von „Black White“. Wozu das alles? Kraviz misst sich nicht an den Dance Mania-Classics, genauso wenig versucht sie, den Sound des Labels zu modernisieren. Eher ist „Mr Jones“ eine persönliche Reaktion auf die Musik, deren Privatheit im scharfen Kontrast zu ihrer DJ-Identität steht.