Donato Dozzy hat es in nur sehr kurzer Zeit geschafft, einen eigenen Trademark-Sound zu entwickeln, der ausgehend von trancigem (Dub) Techno mit Acid-Einschlägen immer mehr in Richtung Hypnose-Ambient mäanderte, was sich nirgendwo sonst so perfekt verbindet, wie im 2012er Meilenstein-Album seines Projekts Voices From The Lake an der Seite von Neel. Aus der entgegengesetzten Richtung nähert sich Bee Mask (alias Chris Maddak), dessen vielschichtige Ambient-Texturen aber nicht weniger hypnotisch daherkommen. Da ist es nicht überraschend, dass Dozzy nun mit „Vaporware“ einen Bee Mask Track neu interpretiert. Überraschender vielleicht, dass dabei gleich sieben Tracks entstehen. Hört man sich aber genauer an, wie Dozzy die verschiedenen Schichten des monumentalen „Vaporware“ seziert und jede für sich in eigenen, atmosphärisch nicht weniger dichten Tracks wieder aufbaut, macht das Ganze nicht nur Sinn, sondern erklärt sich von selbst. Die sieben Interpretationen zwischen Shoegaze, unter Drones versteckten Mini-Dramen und umarmendem Detroit-Ambient nehmen jede für sich ein bestimmtes „Vaporware“-Thema auf und spinnen es fort. Ähnlich wie „Vaporware“ ja eigentlich für angekündigte und nie erschienene IT-Gadgets steht, wird Dozzy hier zum Meister der musikalischen Finte, indem er Melodien immer nur andeutet, aber nie vollkommen materialisiert und selbige dadurch noch eindringlicher im Bewusstsein verankert.

 


Stream: Donato DozzyPlays Bee Mask (Album Preview)