Der syrische Musiker Omar Souleyman dürfte hierzulande bisher lediglich Freunden des Labels Sublime Frequencies bekannt gewesen sein. Dank dessen unermüdlicher Sucharbeit rund um die Welt wurde auch die elektronische Variante der traditionellen Dabke-Musik, für die Souleyman im eigenen Land berühmt ist, einem internationalen Publikum vorgestellt. Früher spielte er vornehmlich auf syrischen Hochzeiten, mittlerweile erreicht er auf Festivals wie ATP deutlich mehr Zuhörer. Sein Studioalbum Wenu Wenu bietet jetzt eine kleine Überraschung, denn der Produzent heißt Kieran Hebden alias Four Tet. Einen direkten Einfluss auf das Ergebnis hört man nicht, da Hebden den Sänger und seinen Keyboarder so unverfälscht wie möglich aufnehmen wollte. Souleymans Stücke, die mitunter irreführenderweise als „syrischer Techno“ bezeichnet werden, begradigen die herkömmlichen Rhythmen ein wenig, lassen ihre spezifischen Synkopen jedoch intakt und variieren dafür das Tempo. Die in arabischen Skalen darüber gespielten, üppig ornamentierten Synthesizer-Melodien erzeugen in den schnellen Nummern einen fast psychedelischen Effekt mit beachtlicher Sogwirkung. Bleibt zu hoffen, dass Souleyman, der gegenwärtig in der Türkei lebt, möglichst bald wieder in einem Syrien ohne Bürgerkrieg auftreten kann.

 


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