Die ersten beiden Teile der neuen Underdog-Serie des österreichischen Labels Pomelo gehören Tin Man. Wie der erste Streich offenbart auch Nummer zwei sein Talent für Hybride. „Swarm“ hält House nur bedingt im Zaum, Techno aber klar im Kopf und Acid upfront – inklusive Killerbienen-Attacke. Während das schroffe „Hack“ mit Chord-Stabs im Stile von Soundhack mäandert, ist „Rocky“ ein furztrockenes, monotones Hypnose-Monster. Kaufen! Die Acid Test-Reihe war von Beginn an mit der Gefahr konfrontiert, zu schnell alle Winkel und Ecken ihrer sicher einzigartigen, weil melancholischen 303-Behandlung auszuleuchten. Mit Nummer acht von Tin Man stellt sich allmählich Langweile ein, auch wenn „Mystified Acid“ mit minimalen Drums, schillernden Hi-Hats und 4/4-Bass Richtung Floor zieht. Zwei Remixe von Tin Mans letztem Album verderben den Brei: RVDS versieht „Fingerpaint“ mit pathetischen Streichern und allerlei Synthie-Wirrwarr. „Futurist Acid“ von Joey Anderson bleibt zwar im Original-Duktus, das Zirpen zerstört aber die Laid-Back-Attitüde. Wirkt beides unfertig und ziellos.