Vor knapp drei Jahren war die Mosaic Vol. 1-Compilation so etwas wie der Schlussstein im Autonomic-Gefüge rings um Instra:mental, Synkro, Consequence, ASC und dBridge. Durch ihre reichhaltigen Einflüsse, die sich aus experimenteller Electronica, Techno und Synth-Pop der Achtziger speisten, brachten sie damals frischen Wind in den Drum’n’Bass und die zweite Ausgabe der Mosaic-Compilation führt diesen Ansatz nun erweitert fort. Neue, noch nie bei Exit Records veröffentlichte Künstler bauen das Spektrum aus: Skeptical, Synkro, Instra:mental, J:Kenzo, Machinedrum, Rockwell, Fracture, Ruffhouse, Stray, Dan Habernam, System, Consequence, Loxy & Resound, Kutz und Dub Phizix – die Liste klingt schon gelesen wahnsinnig gut. Aber auch Label-Chef dBridge selbst steuert zwei Titel bei und sein „Now Known“ ist wie ein Statement zum mittlerweile fest etablierten Autonomic-Sound. Doch Stillstand ist ja bekanntlich der Tod, die Compilation ist nicht nur retrospektiv angelegt. „My Night Sky“, der zweite Track von dBridge, klingt in seiner düster-gedämften Atmosphäre so, wie man sich einen Drum’n’Bass-Track von Burial vorstellen könnte. Richtig gut ist auch „*)* [808]“ von Rockwell, der damit wohl den Titel des schnellsten Juke-Tracks für sich beanspruchen darf. „One More Second“ von Beastie Respond bleibt Dank eines mächtigen Synth-Riffs im Gedächtnis kleben.

Anspieltipps sind aber definitiv auch die Namen, die man sonst nicht auf dieser Compilation erwartet hätte: Machinedrum zeigt mit „The Palace“ eine erstaunlich einfühlsame Seite, sein Beitrag erinnert fast schon ein wenig an die Lo-Fi-Eskapaden von Hype Williams. Blackpocket alias Steve Spacek driftet mit „After Beris Step“ in Richtung Bleep Hop und J:Kenzo bringt mit „One Drop“ ein hyperaktives Drumgerüst gegen ein bombensicheres Bassfundament in Stellung. Aber auch Tracks der ehemaligen Autonomic-Posse sind mit dabei: „Fist Level 2 B“ ist ein bisher unveröffentlichter Track von Instra:mental, quasi ein posthumes Vermächtnis der Combo von Alex Green und Damon Kirkham.

Von zurückhaltenden 170-BPM-Bass-Kontemplationen über rollende Stepper bis hin zu zerhäckselten Jungle-Cut-Up-Tunes ist alles dabei, Kurator dBridge hat mit dieser Mischung ganze Arbeit geleistet. Die insgesamt 28 Titel verteilen sich auf sieben Platten oder drei CDs, wobei vier Tracks, darunter der von Instra:mental, nur auf Vinyl erscheinen werden. Ein mächtiges Paket und dennoch reichen als Fazit zwei kurze Sätze: Das ist Drum’n’Bass 2013! Aber nicht, wie du ihn vielleicht kennst.

 


Stream: DiverseMosaic Vol. 2 (Previews)