Ja, wir haben gemeinsame Wurzeln. 2Raumwohnung gossen ab 2000 das damalige Berlin-Gefühl in irgendwie clubgeerdete elektronische Popmusik. Ihre Verbindungsleute zum Dancefloor: alte Berlin-Recken wie Woody, Thomas Fehlmann oder Märtini Brös. Schon damals sang Inga Humpe, die Anfang der Achtziger mit Neonbabies und DÖF bereits zu Postpunk/NDW beitrug, mit ihrer gehauchten Kleinmädchenstimme – immer knapp am Schlager vorbei – über Knutschen, Sternennächte und sexy Girls. Und Tommi Eckart, ebenfalls aus dem deutschen Club-Urschlamm, bastelte dazu moderat treibenden Poptechno. Viel geändert hat sich daran auf Album Nummer 7 nicht. Gut, jetzt ist auch Dan the Automator als Produzent mit an Bord, denn aufgenommen wurde in Kalifornien. Er wird sich über diese seichte deutsche Musik gewundert haben. Aber auch alte Freunde wie Moritz von Oswald oder, oh Schreck, der Typ von Rosenstolz. Mit diesen drei ist zur Ästhetik alles gesagt: Das ist was für sinnsuchende Ex-Raverinnen beim Rotwein in der Wohnküche. War schön damals in Berlin. So einfach, rückblickend betrachtet. Nur sind die Zeiten halt nicht mehr so.

 


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