Deadmau5 gab neuerdings unumwunden zu, dass bei seinen Konzerten fast alles vom Band kommt. Wie kaum sonst ein elektronischer Stadion-Act haben Justice das tatsächliche Live-Spiel zu ihrem Thema gemacht. Bei ihren Konzerten werden bis zu sechzehn Spuren live bearbeitet. Für spontane Ideen stehen Synthesizer und Controller bereit. Konsequenterweise erscheint jetzt auch zu ihrem zweiten Album Audio Video Disco ein Live-Album. Nachdem sie zu Stars gemacht hat, dokumentierten sie ihre erste große USA-Tournee auf einer DVD. Die beiden schienen darüber zu staunen, dass ihr ironischer, elektronischer Kommentar auf den Stadionrock in dessen Heimatland verstanden und abgefeiert wird. Auf der zugehörigen CD kämpften Justice damit, ihre kleinteiligen, komplex produzierten Songs mit dem Publikum kommunizieren zu lassen. Auf Access All Arenas lösen sie diese Probleme. Die Songs sind auf ihre Substanz heruntergebrochen. Spontane Breaks und Patternwechsel ermöglichen auch eine spontane Reaktion des Publikums. Die Crowd verschwimmt nicht zu einer Masse. Man meint mitten in der Crowd im antiken Auditorium im französischen Nîmes zu stehen. Justice klingen kompakt und bratzig, wie man sich eine Rock-Band aus den Siebzigern vorstellt. Die Stücke ihres unterschätzten zweiten Albums kommen merklich schlechter an. Und so gibt es am Schluss, inmitten eines anderen Stücks, ein paar Takte „We Are Your Friends“.