An sich ist das Dreiergespann um den Ambientkünstler Martin Juhls alias Marsen Jules als Livekonzept ausgelegt. In der Formation wird er dabei durch die Zwillingsbrüder Anwar Alam und Jan-Philipp Alam am Piano und der Violine unterstützt. Er selbst ergänzt den durch die klassischen Instrumente erzeugten Klangraum durch Live-Sampling, Percussion, oder singende Weingläser. Mit Présence Acousmatique halten sie ihr gemeinsames Schaffen erstmals auf einem Tonträger fest. Entstanden sind sechs atmosphärisch dichte Klangskulpturen von fast einer Stunde Gesamtspielzeit, die mit Elementen aus Ambient, Avantgarde-Klassik und Modern Jazz ganz unterschiedliche Spannungsverläufe abbilden. Die aufgetürmten und vielfach geschichteten Stücke verlieren sich dabei in eher düsteren Gefilden, anstatt zu sehr in kuschelig ausgepolsterte Sphären abzudriften. Immer dann, wenn die Instrumente in einen Dialog miteinander treten, wird eine bittersüße Stimmung erzeugt. Dies geschieht besonders intensiv, fast herzzerreißend, in der Schlusskomposition „Les trains stortent de la gare“. Der Gastmusiker Roger Döring am Saxophon unterstreicht diesen Gedankenaustausch in „Histoire de la nuit“ und „Éclipse“ durch Anflüge von Melancholie.

 


Video: Marsen Jules TrioPrésence Acousmatique (Album Trailer)