Christelle Gualdi alias Stellar Om Source wildert auf ihrem neuen Album in fast schon historischen Klangwelten, insbesondere amerikanischer Electro der neunziger Jahre scheint es ihr angetan haben. Nun hat die Wiederverwertung tot geglaubter Genres zwar Konjunktur, Gualdis Platte klingt dennoch ganz anders als die meisten Projekte mit ähnlichem Ansatz, nämlich eigensinniger und sprunghafter, und auf gute Weise hysterisch. Das mag daran liegen, dass Stellar Om Source bislang Musik abseits der Tanzfläche gemacht hat, solche, die man mit Begriffen wie Hypnagogic, New Kosmische oder zuletzt Vaporwawe zu beschreiben versucht hat. Davon zeugen auch hier immer wieder die verschwurbelten Synthesizer-Klänge. Gualdi baut Tracks hörbar anders, Bassdrums kommen und verschwinden wieder, klassische Strukturen interessieren sie offensichtlich überhaupt nicht. Gualids Produktion sind deswegen erfrischend und hedonistischer als die vieler gestandener Produzenten von Tanzmusik. Einem solchen, nämlich niemand Geringerem als Kassem Mosse, hat sie ihre Tracks schließlich zur finalen Bearbeitung überlassen.

 


Video: Stellar Om SourcePolarity