Man könnte Listening Experience Contests veranstalten. Mit einem Streaming im Fitness-Studio ist es nämlich nicht getan. Dann klingt Olympia zwar bestimmt ganz nett. Das Ding vermittelt sich dort aber nicht, jene Euphorie mit Fallhöhe, gestreut von Katie Stelmanis. Die Songschreiberin und Sängerin von Austra trug mit ihrem Mezzosopran und allerlei Verzierungen, Tremoli, Vibrati bereits in Feel It Break dick auf. Nun entfalten sich die Dramen in nochmals souveränerem Umgang mit dem Material. Das viele Live-Spielen der Band aus Toronto – zu der auch Schlagzeugerin und Programmiererin Maya Postepski und Bassist Dorian Wolf gehören – hat dazu geführt, dass die Kontraste wie selbstverständlich klingen und gar nicht mehr wie Gegensätze. Die geraden Beats gehen in den lockeren, aber straighten Groove. In „Painful Like“ etwa oder in „We Become“ mit Dub-Bass und E-Drums. Dazu arrangieren Austra den Song „You Changed My Life“, der sich lässig auf- und ohne Kehrtwenden wieder langsam abbaut. Tiefe, metallene Bässe, begleitet von Oboen bespielen die Chill-Out-Zonen, und dann die Hits: „What We Done“ ist die Hymne, „Annie Oh Muse You“ und „Home“ sind für die Floors. Diese Größe hat ein Anrecht auf unser kostbarstes Gut: Zeit. Außerdem auf ein fantasievolles Setting für Austras Songs aus dem Göttergebirge.

 


Stream: AustraPainful Like