Der Plattenladen OYE Records gehört zu den beständigsten Institutionen für Vinylliebhaber in Berlin. Neben einem umfangreichen Sortiment quer durch die Genres der elektronischen Tanzmusik zeichnet sich der Laden im Stadtteil Prenzlauer Berg vor allem durch seine große Auswahl an Disco- und Edit-Platten sowie durch regelmässige Instore-Gigs befreundeter DJs und Labels aus.

Am ersten Juli-Wochenende eröffnete nun die erste OYE-Filiale – im „Kreuzkölln“ getauften Kiez an der Grenze der Boom-Bezirke Kreuzberg und Neukölln. Heute wird der neue Laden mit einer Instore-Party offiziell eingeweiht. Wir haben dem OYE-Betreiber Markus Lindner zur Neugründung ein paar Fragen gestellt.

 

Markus, wie ist die Idee entstanden, eine Filiale von OYE Records zu eröffnen?

Die Idee, einen zweiten Laden zu eröffnen, geht mir schon seit etwa zwei Jahren im Kopf herum. An unserem Hauptstandort im Prenzlauer Berg hat die Gentrifizierung ihre Spuren hinterlassen. Viele Kunden, die hier in der Nähe gewohnt haben, sind weggezogen – die meisten nach Kreuzberg und Neukölln. Ich selber wohne auch schon seit vier Jahren am Neuköllner Hermannplatz.

Uns geht es wirtschaftlich im Prenzlauer Berg nicht schlecht. Der Laden läuft zur Zeit sehr gut! Unser alter Laden ist weit über Berlin hinaus bekannt, weshalb wir auch sehr viele internationale Besucher haben. Aber viele DJs und Stammkunden kommen inzwischen seltener in den Laden und beschweren sich, dass es so umständlich geworden sei, aus Kreuzberg und Neukölln zu uns zu kommen. Die Berliner sind in solchen Dingen ja sehr bequem! (lacht) Der neue Laden im Kreuzköllner Kiez ist als Service für diese Kunden gedacht, damit sie in ihrer Nachbarschaft Platten einkaufen und bestellen können.

Unterscheidet sich das Konzept von OYE Kreuzkölln gegenüber dem Hauptladen?

Ich wünsche mir schon länger einen Ort, der mehr ist, als ein Plattenladen. Mit OYE Kreuzkölln bietet sich die Chance, diese Idee zu verwirklichen. Die Büroräume, die sich hinter dem Laden befinden, teilen wir uns mit Labels und Designern. Neben dem Label Hotflush sind dort auch eine Künstleragentur und eine Grafikdesignerin eingezogen. Die freuen sich alle darüber, dass vorne ein Plattenladen sitzt!

In der neuen Filiale ist viel weniger Platz als im Prenzlauer Berg. Wirkt sich das auf das Sortiment aus?

OYE Kreuzkölln bietet eine Selektion der Platten aus dem großen Laden. Unsere Hauptgenres House, Techno, Neo-Disco und Bassmusik sind alle vertreten. Was es nicht geben wird, sind Jazzplatten und Reissues. Außerdem führen wir in Kreuzkölln ausschließlich Vinyl. Es wird auch wie im großen Laden regelmäßig Instore-Gigs geben: Aus Platzgründen sind vor allem Showcases kleinerer, lokaler Labels geplant.

 

Hotflush vs. OYE

Mittwoch, 17. Juli 2013, 16 bis 22 Uhr

Deadbeat
Hrdvsion
Jack Haighton
Baron Castle
Darwin
Delfonic
+ Special Guest

OYE Kreukölln
Friedelstrasse 49
12047 Berlin

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