Zeitlich und thematisch dicht an der ersten Ausgabe, zementiert auch der zweite Teil der Cómeme-Werkschau den Status des Labels. Outsider dance aus Süd-, Mittel- und Kölnamerika, wo man jeweils um das Rhythmuskonzept Lateinamerikas und die Geschichte von House aus Chicago weiß, dies aber mit der Methodik von Punk-Rockern und ohne Nostalgiemonokel auf die Gegenwart projiziert und in die Venen der arbeitsscheuen Jugend injiziert. Volume 2 stellt bereits veröffentlichte Hits neben Albumtracks und Spezialversionen. Mit dabei ist natürlich auch Triebfeder und Labelboss Matias Aguayo, der „Chupa!“ von Sano neuen Glanz verleiht. Dessen brillante „Badboys“ schweben hier erneut durch die Disco, Ana Helder und Christian S schnappen sich Alejandro Paz respektive Philip Gorbachev und DJs Pareja hauen mit „De La Cabeza“ auf den üblichen Putz. Nur Barnt fehlt. Als Labelpamphlet sprengt One Night In Cómeme Vol. 2 erneut Grenzen, missachtet Konventionen und hält sich vor allem von gruseligen Latin-House-Klischees fern.

 


Stream: VariousOne Night In Cómeme Vol.2 (Preview)