Es ist nur ein gutes Jahr her, da durfte ich die letzte Dirtybird-Compilation besprechen, und vieles aus der damaligen Kritik gilt noch heute – hier mal in Kurzfassung: „An Dirtybird Records scheiden sich die Geister – es gibt herzlich wenige Labels, bei denen große Momente und abgründige Albernheiten so nah beieinander liegen wie hier. Nach wie vor steht das Label für das Zusammenbringen von House und Humor, Bass-Music, Ghetto-Style und Techno-Geschichte – call it Fidget-House, Booty Bass oder wie auch immer, hier fehlen Schwere und Melancholie, dafür regieren Feier, Sinnfreiheit und tiefe Frequenzen.” Aber irgendwie liegt inzwischen ein Schatten über der Feier, die Elemente sind zwar alle da, aber es fehlen der Mut zur maßlosen Übertreibung und die genialen Momente der Vergangenheit. Dagegen zieht nicht nur bei „Don’t Like To Do That“ von Cause & Affect überflüssige Besinnlichkeit ein, und der sonst so großartige Eats Everything liefert ein höchstens okayes Tool ab. Aber die Latte hängt eben auch extrem hoch hier, und die Tracks von Leroy Peppers mit seinem ravy Nebelhornbass, von Worthy, Supatrol und Claude VonStroke versöhnen wiederum für die Unentschiedenheit mancher Kollegen.

 


Stream: VariousDirtybird Players (Preview)