Nicht nur innerstädtische Wüsten können als Inspiration für düstere Maschinenmusik dienen, sondern auch die dünn besiedelte Tiefebene der niederländischen Provinz Friesland. Das zeigt sich beim jüngsten Album von Boris Bunnik, der unter seinem besser bekannten Alias Conforce zu den Verfechtern der holländischen Neo-Detroit-Schule gehört. Auf dem Cover von Vantage Point ist das Bild Winter bei Jouswier des Malers Robert Zandvliet abgedruckt, der wie Bunnik in Friesland aufgewachsen ist. Ähnlich unterkühlt wie die vereiste Landschaft auf dem Gemälde ist auch die Stimmung, die auf diesem Electro-Konzeptalbum vorherrscht. Im Gegensatz zum warmen Analogklang der bisher erschienenen Versalife-Singles lässt Bunnik seine Maschinen auf Vantage Point vor allem grummeln und zischen. Über der weiten Landschaft, die diese Musik nachzeichnet, pfeift ein unangenehmer Wind, der sich immer wieder zu deftigen Stürmen auftürmt. Und wenn, wie beim Stück „Dawning Of A New Day“, am Horizont die Sonne in Form warmer Synthesizerflächen aufblitzt, wird gleich anschließend wieder ein harscher Kontrapunkt gesetzt. Das letzte Stück heißt bezeichnenderweise „Pessimism“: Bei Bunnik ist und bleibt Friesland eine Eiswüste.

 


Stream: VersaliveVintage Point (Album Preview)