In den späten Siebzigern nahm der New Yorker Sänger und Schriftsteller Jorge Socarras mit dem Disco- und Hi-NRG-Produzenten Patrick Cowley grandiose Agit-Discotracks auf, die vor drei Jahren unter dem Titel Catholic vom Label Makro erstmals veröffentlicht wurden. 1981 spielte er zudem als Sänger der Band Indoor Life ein grandioses Experimental-Disco-Album ein. Der Kölner Mathias Schaffhäuser ist seit seiner Jugend Fan und kam mit Socarras 2009 über einen Remix in Kontakt. Anschließend lud er den Amerikaner zu sich nach Köln ein, um mit ihm neue Musik zu produzieren und aus dem Nichts entstand Fanatico. Auf ihrem Debütalbum croont Socarras sehnsüchtig sexy und erinnert zuweilen an Bryan Ferry. Seine Stimme klingt als käme sie aus einem Körper, der fühlt, was er singt – eine Besonderheit im zeitgenössischen Vocal House. Die Musik ist perfekt produziert, pendelt zwischen Track und Song und vermittelt nie das Gefühl, nur auf den Club ausgerichtet zu sein. Dass es sich um viele Coverversionen handelt, merkt man nicht direkt: „200 Light Years From Home“ klingt nicht nach The Rolling Stones und die Version von Fleetwood Macs „Dreams“ dürfte im Club für ein äußerst emotionales Endorphin-Gewitter sorgen.