Lism basiert auf Musik, die Ellen Allien für eine Tanzperformance produziert hat. Es ist eine 45-minütige Soundreise, die weitgehend ohne Beats auskommt. Sie beginnt wie eine von Jon Hassels „Fourth World“-Exkursionen, morpht dann in ein krautiges Hippiemantra mit sich dahinschleppendem Schlagzeug, bei dem Allien über einer sich wiederholenden Gitarrenfigur „Falling“ murmelt. Daran schließt sich eine glitchig-abstrakte Soundcollage an, bevor es das erste Mal einen sachten Beat gibt. Aber nicht für lange. Dann hört man ein Windglockenspiel über einem brummenden Synthesizer. Das atmosphärische Jazz-Zwischenspiel mit saftigem, laufendem Bass und Kenny Wheeler-mäßiger Trompete überrascht dann noch mehr als alles bisherige, wird aber schon bald von einer langen Ambient-Passage abgelöst. Die elektronischen Teile des Albums (keine Angst, sie überwiegen) bestechen durch Alliens typische Klarheit in der Produktion, sind aber abstrakter als alles, was sie bisher gemacht hat. Nach knapp einer halben Stunde übernimmt ein skeletöser Clubtrack, bevor der granulare Ambient-Sound wieder auftaucht. Zum äußerst befriedigendem Abschluss wird das Ganze mit einer leichtfüßig steppenden Passage mit flötenden Synthesizersounds und subsonischem Bass gebracht.

 


Stream: Ellen AllienLism (Medley)