Das Robert Johnson bastelt Schritt für Schritt am eigenen Mikrokosmos: Im Sommer feiert der Club seinen 14. Geburtstag, seit fünf Jahren floriert die dazugehörige Plattenfirma, jetzt erscheint mit Lifesaver die erste Label-Compilation aus Frankfurt/Offenbach. Und von April bis August tingelt die Crew auf der Lifesaver Tour durch Europas beste Clubs. Ausreichend Gründe, um mit Booker sowie Label- und Clubdirektor Oliver Hafenbauer zu plauschen.

 

Das Robert Johnson gehört zur festen Club-Instanz in Deutschland. Was ist Euer Erfolgsrezept?

Qualität. Wir laden keine Artists ein, die fragwürdig sind. Gerade auch was die Technik angeht, legen wir großen Wert darauf, dass der Sound perfekt ist. Die harte Tür trägt auch zur guten Party bei – alles muss einfach passen. Auch wenn es um Qualität geht, halten wir die Augen und Ohren für neue Künstler offen, denen wir dann eine Plattform bieten. Ben UFO zum Beispiel spielt nicht so oft in Deutschland; wenn wir ihn buchen, ist das auch ein Zeichen, das wir bewusst setzen.

Wie hat sich der Club in den vergangenen Jahren verändert?

Vor allen Dingen musikalisch, denn jetzt spielen eigentlich alle House – einige langsamer, andere schneller. Der Boom des Minimalsounds der Nullerjahre ist vorbei. Heute gibt es beinahe ausschließlich Housepartys, aber das wird sich in der Zukunft sicherlich wieder ändern, Trends halt.

Habt ihr intern einen Slogan, der Euch daran erinnert, wer Ihr seid oder woher Ihr kommt?

Nö, glaub nicht. (lacht) Im Grunde geht es darum, independent zu sein und zu bleiben. Wir wollen uns nicht von irgendwelchen Sponsoren abhängig machen, sondern unseren eigenen Weg gehen. Bei uns wirst du nie Lucky Strike-Aschenbecher finden.

Für die Label-Compilation Lifesaver wird die gesamte RJ-Entourage auf Tour gehen – wird ja langsam zum neuen Standard.

Genau, nach der letztjährigen Buchveröffentlichung Come On In My Kitchen und der Europa-Tour haben wir einfach Gefallen daran gefunden, unsere Musik in die Clubs zu bringen, denen Qualität in der elektronischen Musik ebenso am Herzen liegt. Mitte April geht’s los mit dem Team, denn alleine reisen ist meist langweiliger für jeden einzelnen Artist.

Warum eigentlich Lifesaver – wen wollt ihr retten?

Der Name spukt bei uns schon länger herum. Lifesaver ist ein Geschenk an unsere Gäste. Ab 2013 heißt unser Samstagsprogramm auch „Saturday Lifesaver“, hier spielen eigentlich nur noch die Residents und Gäste, die uns sehr am Herzen liegen. So können wir den Eintrittspreis niedrig halten – das ist unsere Art, Danke zu sagen.

Die Compilation spannt sehr ansehnlich den Bogen vom ersten Signing (Roman Flügel) bis hin zum neuesten Act (Orson Wells). Was steckt hinter der Zusammenstellung?

Die Compilation habe ich zusammengestellt. Das zu ordnen, wie in einem DJ-Set, war für mich am einfachsten und machte am Ende am meisten Sinn. Wir wollten all unsere Releases und unsere Arbeit mal auf einer CD bündeln. Und selbst wenn einige Tracks auf den ersten Blick nicht zusammenpassen wollen, im Kontext und in der Reihenfolge einer Compilation macht es wieder Sinn.

 

Die Compilation Live At Robert Johnson – The Lifesaver erscheint am 15. April. Wir verlosen fünf CDs unter allen, die uns bis Dienstag, den 16. April, eine Mail mit dem Stichwort Rettung schicken!

 

Text: Sebastian Weiß

 

Lifesaver Tour

 

Auf Tour in unterschiedlicher Konstellation in Zürich (12.04., Zukunft), Offenbach (20.04., Robert Johnson), Hamburg (10.05., Golem), Darmstadt (10.05., Centralstation), Leipzig (19.05., Distillery), Berlin (24.05., Panorama Bar), München (22.06., Bob Beaman) und noch mal Leipzig (13.07., Distillery).