Als „Archaeen“ werden einzellige Organismen bezeichnet, die unter den feindlichsten Lebensbedingungen bestehen können. Franklin De Costa, Produzent viel gelobter House- und Technosingles, verbindet mit seinem neuen Projektnamen Archaetech die Urlebensform mit Technologie und verwandelt das Wohnzimmer in den Ort der Keimphase eines Ambient-Universums. Auf den teils über zehn Minuten langen Stücken führt De Costa durch eine kraftvoll brummende, pulsierende und vielsprachige Klangcollage. Exemplarisch schält sich „Eins“ bedrohlich aus dem Nichts, verhallt nach ein paar Minuten wieder in einer grollenden Welle, aus der gefilterte Streicherklänge langsam auftauchen, um am Ende wieder unterzugehen. Auf „Vier“ wabern Subbässe in einer unermesslichen Tiefe, über denen sich polyphon arrangierte Percussion tummelt, und „Fünf“ ist im Vergleich dazu fast eingängig, aber gleichzeitig auch am schwersten. Unendlich tiefe Bässe stolpern mit den Kickdrums voran und schieben Delays von Tönen vor sich her, die sich hoch aufbäumen, bevor alles wieder in sich zusammenfällt. Je öfter man das Album hört, desto mehr taucht man in den Prozess von Entstehung und Vergehen der Klangkonstrukte ein.

 


Stream: ArchaetechArchaetech (Lo Quality Sampler Mix)