Ein bunter Cocktail aus Drogen, Sex und Adrenalinrausch – das ist Spring Breakers. Eine durchgeschüttelte Girls-Gone-Wild-Satire im Disney-Format, die ihr EDM-Delirium in vollen Zügen auslebt und es dabei wagt, eine ganze Nation und deren Trends vorzuführen. Der Film erzählt die Geschichte von Brit (Ashley Benson), Candy (Vanessa Hudgens), Cotty (Rachel Korine) und Faith (Selena Gomez), vier Freundinnen, die ihren heiß herbeigesehnten Spring-Break-Urlaub durch einen Einbruch in eine Fast-Food-Filiale finanzieren. Als eine Party in einem Motel ausartet, landen die Mädchen kurzerhand im Gefängnis, kommen aber unerwartet durch Alien (James Franco), einen bizarr anmutenden Dealer und Gangster-Rapper, per Kaution wieder auf freien Fuß. In seinem Beisein entsteht ein immer surrealer werdendes Intermezzo aus Feier-, Sauf- und Sex-Exzessen, das in einem Überfluss von Gewalt irgendwo zwischen Traum und Realität gipfelt. Regisseur Harmony Korine, der unter anderem durch sein Drehbuch für Larry Clarks Kids und seinen Film Gummo einen Kultstatus in Independent-Kreisen erreicht hat, arrangiert hier eine gnadenlos oberflächliche Story, die die EDM-Kultur in grell flackernden und grotesken Bildern darstellt.

Der Soundtrack von Cliff Martinez (Drive) und Brostep-Star Skrillex fügt sich dabei wie ein nasser Schwamm, im Rausch nur so triefend, in die Geschehnisse ein. Abseits einer seichten Teenie-Komödie, wie man bei dem Darsteller-Ensemble um die Disney-Unschuldslämmchen Selena Gomez und Vanessa Hudgens vielleicht zunächst vermuten könnte, zeichnen ausschweifende Partyexzesse und immer wiederkehrende Monolog-Schleifen das sozialkritische Bild einer Jugend, die mit MTV, Videospielen und Unmengen von Weichspül-Pop aufgewachsen ist und nichts weiter gelernt hat, als hohle Phrasen zu dreschen. Trotz des guten Gesamtkonzeptes, das Korine rigoros durchzieht, bleibt Spring Breakers hinter Werken wie Kids oder Gummo zurück, denn der triviale Plot ist auf Dauer ein anstrengendes Unterfangen zwischen Entsetzen und peinlicher Berührung, bei dem sich die Geister ebenso wie am durchaus mutigen Regiestil scheiden werden. Definitiv nichts für bisherige Fans der Disney-Stars Gomez und Hudgens, denn der Film ist folgerichtig mit FSK 16 eingestuft. Kult-Potential für Fans interpretationsfreudiger Independent-Filme hat Spring Breakers aber allemal.

Spring Breakers (USA, 2012) | Regie: Harmony Korine | Darsteller: Selena Gomez, Vanessa Hudgens, James Franco, Ashley Benson, Rachel Korine u.a. | Länge: 92 Minuten | Kinostart: 21.03.2013

 

Spring BreakersWir verlosen zum Kinostart von Spring Breakers am 21. März 2013 2×2 Kinogutscheine, zwei Filmplakate und drei Soundtrack-CDs. Schickt uns zur Teilnahme am Gewinnspiel bitte bis Mittwoch, den 20. März, eine Mail mit dem Betreff Spring Break und gebt bitte eine Versandadresse an!

 


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