Im Grunde ist Cómeme ein Anti-Globalisierungs-Label. Weil hier Menschen aus Europa und den USA zu wenig beachteten geografischen Ecken und/oder sozialen Zusammenhängen dem Clubtrackmahlstrom etwas Eigenständiges hinzufügen: gegen das global Genormte. Dabei klingt das in Ländern wie Mexiko oder Argentinien operierende Label aber nicht etwa nach dem, was man sich als unerfahrener Bewohner des sogenannten „Westens“ so unter latein- und südamerikanischem Techno vorstellen würde. Auch auf dieser Digital-Compilation mit neuen Tracks, alternativen Versionen und Bekanntem wie Barnts grandiosem Stoizismus-Epos „Geffen“ bekommt man statt Klischees wieder diesen Rave-Primitivismus zu hören, der sich zugleich auf Achtziger-Industrial-Postpunk wie auf Frühgeschichts-House beruft. Störrisches Geschaukel wie „Chalole Batata“ von Newcomer Dany F aus Medellín/Kolumbien oder das rüde Geschepper der UK-Profis Richard X und Nathan Gregory Wilkins als Cowboy Rhythmbox – alles klingt, wie schnell aus der Hüfte mit Presets zusammengeballert. Und darum in Zeiten von Kompression und Effizienz-Techno so sexy.

 

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Stream: DiverseOne Night In Cómeme (Compilation Preview)