Kaum ein international aktiver DJ hat sich so sehr dazu bekannt Hüter des heiligen Grals der House Music zu sein wie DJ Deep aus Paris. Eigene Platten hat er kaum produziert, dafür eine Reihe von Compilations und Mix-CDs, von denen besonders die drei Folgen von City To City auf BBE stark beachtet wurden. Damit passt DJ Deep perfekt in die neue Kern-Reihe des Tresors: In diesen Sets soll neue und alte Clubmusik in Beziehung gesetzt werden. Erwartungsgemäß gelingt ihm das mit völliger Selbstverständlichkeit. Altes von Santonio, DJ Gregory, Armando oder Jeff Mills mischt sich rückstandslos mit Neuem von Ben Klock, Shed, Truncate, Zadig oder Jonas Kopp. Ein Höhepunkt ist ein verschollener Track des St. Germain-Alias Deepside, der die Nervosität eines Mr. Oizo mit der Spannung eines DJ Pierre und dem Soul von Marshall Jefferson verbindet, ein Anderer das ähnlich seltene „Karn Evil #10“ von Xperiment, das dem Detroit-Sound einen apokalyptischen Unterton gibt. Die Ästhetik des Sets ist extrem klar und packend: Immer steht der Loop als pulsierende kleinste Einheit im Zentrum der Musik. Kaum ein Element ist länger als ein Takt. Es gibt keine Pausen, keine Übergänge, keine Höhepunkte in einzelnen Stücke, nichts was die Aufmerksamkeit vom Loop ablenkt. Der Loop wiederholt sich wie ein Atemzug: Es ist immer derselbe Bewegungsablauf. Und doch klingt jede Wiederholung anders.

 


Stream: DJ DeepKern Vol. 1 (The Exclusives)