Mit We Love…Detroit begibt sich das britische We Love-Imperium auf die Spurensuche nach den Ursprüngen und dem Vermächtnis von Detroit und Techno im Allgemeinen. Und fängt dabei ganz direkt an den Wurzeln an (Derrick May), um dann den Rückblick von Jimmy Edgar aus der Perspektive des Jetzt und Hier zu eröffnen. Letzterer bringt auch tatsächlich eine naive und nicht zwangsläufig verklärte Sicht auf die Dinge mit, hatte er doch bereits einige Zeit auf Detroiter Partys an der Seite von May und Co. auflegen müssen, bis ihm überhaupt erst langsam deren Bedeutung für Detroit und Techno im Allgemeinen bewusst wurde. Auf zwei CDs stellen die Herren ihre Version der Dinge dar, wobei May klassischeres Material (Craig, KiNK, Beltran) mit neuerem von zum Beispiel Peter Dundov verbindet, das sich in einen wohlig warmen, sanft fließenden Fluss ergießt, der vor allem von seiner retro-futuristischen Technoromantik lebt. Edgar entfernt sich auch nicht zu weit vom Stamm, aber wird in den Grooves etwas vielschichtiger (wie beim wunderbar swingenden „That You Love Me“ von Noel Jackson oder seinem eigenem Piano-Power-Funk auf „Let Yrself Be“) und schaut auch mal bei Trent/Damiers „Morning Factory“ vorbei (Darling Farahs „Body“ voller Prescription-Deepness). Große Überraschungen bleiben eher aus, aber das war in diesem Falle wahrscheinlich auch nicht zu erwarten. We Love … Detroit – kann man so unterschreiben, denke ich.