„Your Angel Has Come“: Das Schicksal hat den Londoner MC Stephen Samuel Gordon ereilt. Er leidet seit drei Jahren unter Krebs. Nun spuckt der Spaceape Galle, spuckt Feuer. Als Medium wählt er die Trommeln des Voodoo: Percussion-Landschaften von körperlicher Wucht prasseln als nervöse Collage im Hintergrund des Klangbildes. Von Ensembles wie den Drummers Of The Societe Absolument Guinin oder Street Music Of Haiti legt sich der Spaceape scharf geschnittene Teilchen zurecht. Es geht, so hieß es einst bei einer größeren Kunstausstellung, um die „Migration der Formen“. Die Trommeln des Voodoo schippern nach West-Europa. Bei Xorcism handelt es sich tatsächlich um einen Exorzismus. Vor einer Handvoll Jahren wurde The Spaceape durch seine Zusammenarbeit mit Kode 9 bekannt: Memories Of The Future machte das Label Hyperdub schlagartig berühmt, war es doch das erste Langformat des Dubstep, das die Kicksuche des Tracks durch die Erzählungen des Songs ersetzte. Xorcism verschenkt er nun als kostenlosen Download – spirituelle Musik eigne sich nicht zum Verkaufen. Die Reime spannen sich hier im Feld zwischen „Schulmedizin“ und rituellen Körperreinigungen. „He Gave His Body Over To Science“, pusht er sich aus dem Mund heraus. Bewusst falsch verdrehte Geigen, Sekundenbruchteilaufnahmen jenes Momentes, da die Hand am Fell der Trommel auftippt; in das Zentrum legt der Spaceape seine Stimme. Und beginnt, zu erzählen.

 


Video: The SpaceapeOn The Run