Luke Solomon war von etwa 1995 bis 2005 eine der tonangebenden Figuren der Londoner Houseszene. Mit Derrick Carter aus Chicago betrieb er das Label Classic Music Company. Solomons Produktionen setzten sich vom überladenen, eklektischen Progressive-House ab, der damals in Großbritannien vorherrschend war. Sein amerikanophiler Sound kombinierte die scheppernde Derbheit des Chicago House mit spritzigen, sich überschlagenden Discogrooves. Der aufmerksamkeitsgeilen Popaffinität der Houseplatten seiner Landsleute stellte er einen surrealen, abgründigen Humor entgegen, welcher dem der Perlon-Acts verwandt war und den Irrwitz der Tracks auf die Spitze trieb. Für dieses Album greift Solomon den Acid-Alias Digital Kid aus seiner Frühzeit auf. Acid steht hier eher für eine cartoonartige Verspieltheit als für wobbelnde Bass-Sounds im engeren Sinn. Solomon integriert fast den gesamten Kosmos der Clubmusik. Ihn interessiert, wo Affinitäten und Reibungsflächen zwischen Stilen liegen und setzt sie mit viel Verve und Humor zueinander in Beziehung. So ist „Human Bean“ eine clowneske, tapsige Version des klonkigen, frühen Warp-Sounds. „Minority Report“ spitzt den melancholisch-nachdenklichen New-Jersey-House von Blaze poppig zu. Und der heruntergepitchte Ketaminhouse von „Angels Looking Down On Me“ veralbert DBX’ „Losing Control“.

 


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