Schon fast zwei Jahrzehnte länger als der einfache Begriff „Bassmusik“ gleich ein, wenn auch offenes, Genre bezeichnen darf, zieht Bernd Friedmann im Universum bassbasierter elektronischer Musik seine Bahnen. Er ist mehr so zufällig da reingeraten, denn eigentlich geht es ihm darum, auszuprobieren, wie spezielle, nach westeuropäischem Verständnis ungerade Metriken und Rhythmen auf einem Bassfundament reagieren. Und so hört man auch auf diesem Appendix zu seinem Album Bokoboko, das im Februar 2012 erschienen war, wieder vertrackte Rhythmen, metallisches Gedengel und dazu schwebende Gitarrenfeedbacks sowie ins Unendliche ausufernde Dub-Spiralarme, die sich jedoch im rechten Moment immer zu einem gewissen Wumms verdichten. Der bassgetränkte, aber zugleich auch immer absichtlich etwas blutarme Sound von Nonplace-Releases verhält sich dabei zu britischer Bassmusik in etwa so wie ECM-Jazz zu afroamerikanischen Freejazz-Freakouts: kontrolliert und esoterisch statt wüst und muskelflexend. Eine uneigentliche und uneitle Meditationsmusik, die zu nichts zu gebrauchen ist, keine Gebrauchsmusik also, als zum konzentrierten Zuhören.