Für die Vinyl-Veröffentlichung haben Donato Dozzy und Neel ihr tolles, bereits im Februar digital erschienenes Album Voices From The Lake stark bearbeitet. Von den elf Tracks erscheinen hier nur fünf, in viel längeren Versionen. Die ruhenden Ambient-Stücke sind jetzt verschwunden. Obwohl sich nun eine Bassdrum durch alle Stücke zieht, haben sie weiterhin eine umgreifbare Materialität. Verortung und Spannungsverhältnisse sind kaum zu fassen Die Stücke breiten sich aus wie ein Farbfleck aus einem Löschblatt. Donato Dozzy hat in den vergangenen Jahren einen eigenständigen und eigensinnigen römischen Entwurf von Detroit Techno entwickelt, der eine starke Alternative zur Berliner Brandmauern-Ästhetik und zur holländischen Soundverliebtheit darstellt. Dabei geht es immer um Reduktion. Die Melodien spürt man oft mehr, als dass man sie hört. Oft erklingen sie nur als Echo in den Hallräumen. Dozzy und Neel zielen auf eine Eleganz, die nie als Stil fassbar wird. Sie sind wie ein Modedesigner, dem es nicht um das Kleidungsstück selbst geht, sondern um die Schatten, die es wirft. Es geht um die Suggestion von Räumen und nicht, was sich in ihnen befindet. So hat Dozzy mehr mit Luke Slater zu tun als mit Henrik Schwarz.

 


Stream: Voices From The LakeVoices From The Lake