Drei Jahre und ein Umzug (wenig überraschend: nach Berlin) nach seinem traumtänzerisch überbordendem Albumdebüt Spanish Breakfast, gibt es nun Rones Nachfolger Tohu Bohu. Wie auch seine Vorgänger-Veröffentlichungen (allesamt auf Agorias Label Infiné) zeigen die zehn neuen Tracks mit ihrer gewohnt opulenten Melodieverliebtheit, dass der Umzug glücklicherweise nicht zur umfassenden musikalischen Neudefinition geführt hat, was ansonsten ja manchmal zwangsläufige Konsequenz zu sein scheint. Erwan Castex, so Rones bürgerlicher Name, mag Berlin aber eh viel lieber für dessen generelle Entspanntheit, als die endlosen After Hours. Ansonsten wären wohl auch nicht wieder diese wunderbar Endorphin-geschwängerten Kleinode dabei herausgekommen, die sich nie so recht entscheiden wollen zwischen schwelgerischer Electronica, Techno oder molligem Border Community-Trance, und dabei doch in allen Kategorien gleichzeitig punkten, nicht zuletzt durch ihren verspielten Hang zu barocken Melodien und euphorischen Crescendos. Mit „Let’s Go“, einer Kollaboration mit High Priest vom Antipop Consortium, findet sich selbst eine Prise Hip-Hop auf dem Album, die sich aber durch ihre kindliche Euphorie auszeichnet und wunderbar in das Album schmiegt. Und das zieht seinen Charme mal wieder vor allem aus der einzigartigen Gabe, zugleich sowohl ausgereift als auch wunderbar naiv zu klingen.

 


Video: RoneParade