Der Chef des Berliner Labels White legt sein Debütalbum vor und fragt sich damit selbst (oder uns?), ob Piloten trotz Arbeitsplatz über den Wolken immer noch vom Fliegen träumen. Ist es eine rhetorische Frage? Spielen Lokführer noch mit Modelleisenbahnen? Zählen Schäfer Schafe im Schlaf? Womit wir auch gleich wieder bei Oskar Offermann wären, denn seine Musik ist verträumt bis träumerisch. Der erste Track ist titelgebend und führt uns mit seinem warmen Akustikbass und den nach Achtzigern klingenden Stimmschnipseln behutsam in die luziden Phantasien von Offermann ein. Bei „Heading Out“ kommt eine dahingehauchte Stimme dazu, die Intensität steigt an, um dann bei „1, 2 Love“ einen euphorischen Höhepunkt zu erklimmen. „Believe“ ist mein persönliches Highlight, Assoziationen zu Virgo Four werden wach. Bis auf „Technicolour Dreams“ (Mule Musiq 148) sind alle Tracks bisher unveröffentlicht und auch wenn Do Pilots Still Dream Of Flying? keine Antworten auf gestellte Fragen gibt: Ein geschmackvoll arrangiertes Deep-House-Album, das hier und da auch zupacken kann, ist doch auch nicht schlecht!

 


Video: Oskar OffermannDo Pilots Still Dream Of Flying?