Sein Debütalbum ist gute acht Jahre her, und überhaupt hatte man den Kompakt-Labelboss zuletzt außer durch ein paar verstreute Remixe als Produzent nicht mehr so recht auf dem Schirm. Sein zweiter Longplayer Mantasy zeugt nun von einem gereiften Bewusstsein, das in einem breiteren musikalischen Spektrum und einer ausgefeilten Album-Dramaturgie Ausdruck findet. Sehr schön, diese Exposition, die mit „Sully“ und „Lamusetwa“ von fluffigem, in Drones und Glöckchen verpacktem Kompakt-Ambient zu genau dem intelligenten Indie-Dance-Sound schreitet, der dem Label in diesen Tagen so gut zu Gesicht steht. Einige der Nummern klingen dann aber trotz unterschiedlicher stilistischer Ansätze wieder sehr nach Mayer, wie wir ihn kannten: mal mehr auf Funk aus, mal sich den altbekannten Basslines hingebend, fast immer jedoch verloren in anschmiegsamen Kuschel-Flächen. Stellenweise scheint man dann auch die Mühe zu spüren, die es gekostet haben muss, den Glanz der Kölner Schule von einst mit dem Hier und Jetzt zu verbinden und man stellt sich unweigerlich die Frage, ob die süßliche Nostalgie, die hier nach wie vor das Lebensgefühl auszumachen scheint – Stichwort: „Good Times“ –, immer noch zeitgemäß ist.

 


Video: Michael MayerGood Times