Daniel Martin-McCormick alias Ital gehört zur entflammenten Riege frischer US-Produzenten, deren Ausgangspunkt eher in der Indie- beziehungsweise Hardcore-Szene zu suchen ist, denn in einer Vergangenheit voller jugendlicher Trillerpfeifenravesünden. In Washington, D.C. aufgewachsen und mit Dischord Teil der dortigen Hardcore-Szene, nähert er sich House mit diesem ungehobelten DIY-Ansatz. Nach Platten für Not Not Fun und 100% Silk, schiebt er nun sein zweites Album für Planet Mu nach. Dream On ist tolle, krautige, verschrobene, ausgekugelte Tanzmusik, zu der man sich auch setzen oder hinlegen kann, die bei Transmat in der Schuld steht wie bei Noisebands oder US-amerikanischem Postrock und Miniaturen aus Techno- und Housevorzeiten zitiert. Damit ist Ital als Four-to-the-floor-Alternative auch für Anhänger des Mike Paradinas Label genießbar. Zu überkomprimierten Tanzflur-Bomben verhält sich dieses Album wie ein verblichener Super-8-Film mit Familienerinnerungen zu Hollywood-Stangenware.

 


Video: ItalBoi