Als Heavy Day, Falko Brocksiepers vorletztes Album, im Sommer 2008 erschien, hatte sich die Finanzkrise noch nicht in voller Wucht angekündigt. Die melancholische Stimmung der Platte schien die eingetrübte Wirtschaftslage der folgenden Monate aber ein wenig vorwegzunehmen. Vier Jahre später ist die Krise zwar immer noch nicht weg, dafür ist auf Shortcake Strategy nur noch wenig von der Schwermütigkeit des Vorgängers zu hören. „Outride A Crisis“ heißt denn auch einer der Tracks, so als wollte er die Misere einfach wegfeiern. Dem Titel zum Trotz verbreitet Brocksieper zwar auch diesmal keine hemmungslose Partystimmung, aber sein melodischer Zugriff auf Techno und House wirkt etwas optimistischer, lässt sich gelegentlich auf Electro-Exkursionen ein oder riskiert mit „Reverse Engineering“ eine kreiselnde Techno-Nummer alter Jeff Mills-Schule. Brocksieper anno 2012 klingt alles in allem abwechslungsreicher und runder, zugleich verzichtet er auf einen Instant-Hit wie „Emotional Support“. Doch die nächste Krise kommt bestimmt.

 


Video: Falko BrocksieperOutride A Crisis

  • Sophia

    Ja, also dieses Album höre ich gerne laut. Tausend Stern gibt’s dafür von mir. Besonders schön finde ich meinen persönlichen Instant-Hit „Hoboken“. Aber Hits sind eigentlich nix Persönliches, was?