Das vor sieben Jahren vom Ehepaar Brown geschaffene Universum Not Not Fun illustriert die Vitalität der Indie-Avantgarde von Los Angeles. Es sind Experimentierfreude und Nischendasein, die seine Künstler verbinden. Sie bieten verschiedenste Kombinationen Electronica, Free-Folk, Reggae, Dub, abseitigem Rock und Pop, jeweils mit eigenem Neigungswinkel und Mischungsverhältnis, doch fast immer mit retro-futuristischer Lo-Fi-Attitüde. Peaking Lights’ 936 steht als NNFs Bestseller exemplarisch für den Erfolg dieses handgemachten Hybridsounds, dem sich auch die jüngsten Familienmitglieder, Holy Balm, verschrieben haben. Das australische Trio legt mit It’s You ein sehr spätes Albumdebüt vor. Die Band besteht bereits ebenso lange wie NNF existiert, hat jedoch bisher lediglich zwei Kassetten (2009) sowie eine 7-Inch-Single (2011) veröffentlicht und sich ansonsten auf Performances konzentriert. So finden sich auf diesem Album auch einige ältere Live-Favoriten wie die atmosphärischen, dubbigen Downtempotstücke „Take It“ oder „A Town Called Hope“. Der eiskalte Sägezahn, der in den meisten Liedern roh über einen Achtzigerbeat dröhnt, und zu dem Emma Ramsay mit computercooler Stimme leicht schräg singt, lässt an Glass Candy oder auch an die Playhouse/Klang Elektronik-Acts der frühen Nuller wie Bergheim 34 oder Rework denken. Auch wenn die Platte insgesamt eigenartig flach und etwas unbeholfen zusammengejammt klingt, werden Fans dieses Sounds hier auf ihre Kosten kommen.

 


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