Ob Footwork, Lofting, Jacking oder Voguing: Die (Körper-)Grenzen waren durchlässig in der New Yorker Underground-House-Szene der neunziger Jahre. Der Film Check Your Body At The Door beleuchtet eine verloren gegangene Welt zwischen Sound Factory und Ballrooms, in denen eine Tanzkultur zelebriert wurde, wie sie nur in dem kulturellen Schmelztiegel dieser Stadt entstehen konnte. Die einstündige Doku zeigt Original-Aufnahmen aus den Clubs, freundliche Battles, bei denen sich Tänzer im circle abwechselnd zu neuen Höchstleistungen anfeuern. In Interviews erklären die Protagonisten, unter anderem Strictly Rhythm-Sirene Barbara Tucker, woher sie ihre Inspiration nahmen: Comics, Material-Arts-Filme, amerikanische TV-Tanzshows aus den fünfziger Jahren oder Fashion-Magazine. Ihr Background: so divers wie die Tanzstile. Man sieht flamboyant gekleidete Architekten mit Kind durch Manhattans Straßen steppen oder eine Drogenabhängige mit leiernder Stimme im Hochhaus ihre Großmutter begrüßen, die mit einem Wellensittich auf dem Kopf durch die gemeinsame Wohnung wankt. Der Film ist einerseits ein unterhaltsames Zeitzeugnis, kränkelt aber auch an einer gewissen inhaltlichen Zerfahrenheit, die den disparaten Produktionsbedingungen geschuldet sein mag: Die meisten Szenen für Check Your Body At The Door wurden bereits zwischen 1992 und 1999 von zwei verschiedenen Regisseuren gefilmt, mit der Post-Produktion wurde erst 2009 begonnen.

Check Your Body At The Door ist am 29.09. und 05.10.2012 beim Filmfest Hamburg zu sehen. Die DVD kann auf der Film-Webseite bestellt werden.

 


Video: Check Your Body At The DoorBarbara Tucker