2012 vergeht schon der dritte Sommer ohne einen Dancefloor-Smasher von Matthew Dear. Seine Club-Pseudonyme Jabberjaw, False und Audion ruhen auch weiterhin. Auf Beams konzentriert sich Dear auf seinen rockorientierten Sound, der unter seinem bürgerlichen Namen erscheint. Asa Breed von 2007 war das heterogene Coming-Out-Album in Sachen Rock’n’Roll. Black City von 2010 klang düster und beklemmend, als sei es in einem finsteren, modrigen Kellerclub aufgenommen. Beams hat eine ganz andere Klangfarbe. Zugleich gechillt und leidend, fühlt es sich an, als hätte man unter einer sengenden Tropensonne einen Cuba Libre zu viel getrunken. Dear rückt Chill-Out und Kollaps ganz nah aneinander. Komplexe, trippige Percussion und Dears raunender Bariton werden von kreisenden Bassspiralen durchpflügt. Dears Klangideal ist das einer Garagen-Band, bei der die einzelnen Instrumente im Brummen eines Vier-Spur-Mixers verschmelzen. Die Mittel, mit denen Dear dieses Ideal umsetzt, sind aber durch und durch elektronisch: Kunstvoll windet er die Klänge ineinander, sodass sein schlammiger, mäandernder Signature Sound entsteht.

 


Video: Matthew DearHer Fantasy