Dieses Mal verzichteten Eleanore Everdell und Jason Friedman von The Hundred In The Hands auf die Hilfe von Vollblut-Produzenten und verließen sich bei der Produktion von Red Night komplett auf ihre eigenen Fähigkeiten. Das tut der Musik aber keinesfalls einen Abbruch, verleiht ihr im Gegenteil einen Charme, der in seiner unbestimmten Verwischtheit gegenüber dem Vorgänger erfrischend unkonventionell wirkt. Red Night ist rasanter, vielschichtiger, pessimistischer und erbarmungsloser. Die Stimme von Eleanore Everdell ist weniger klar, zerbrechlicher und findet sich eher neben den restlichen musikalischen Elementen wie Gitarre, Bass, Synths oder Schlagzeug wieder, als dass sie sich in den Vordergrund drängt. Das Album klingt elektronischer, kraftvoller, wird öfter von durchgehenden 4/4-Beats getragen und von schwebenden Synthflächen in die Breite gezogen. Dabei entstehen dichte Flächen aus Gitarrenriffs, der Stimme von Everdell, die selten einzelne Elemente wie bei „Faded“ die Gitarre hervortreten lassen, dann aber auch mit Ohrwurmcharakter. The Hundred In The Hands wirken auf ihrem zweiten Album nachdenklicher, verkopfter und betroffener und schaffen ein eindringliches Album zwischen Club und spärlich ausgeleuchtetem Wohnzimmer, in dem die Stimmung jeden Moment kippen kann.

 


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