Die beiden Schweden Jerker Lund und Dag Rosenqvist sind De La Mancha, und also solche ihres Zeichens Bewunderer von Sigur Rós genauso wie von My Bloody Valentine oder Led Zeppelin. Und damit steckt der Referenzreigen auch ganz gut die Koordinaten von The End of Music ab. Ihrem zweiten, auf Karaoke Kalk veröffentlichten Album gelingt es aber, die eigenen Bezugspunkte nicht in einen unentschieden verhuschten Soundbrei zu verwandeln: hier lässt jeder Song für sich klar und bestimmt das Pendel mal mehr in Richtung Shoegaze und mal mehr in Richtung Indie-Rock-Epos ausschlagen. Das Album schafft dabei auf wunderbare Art und Weise die Balance aus psychedelischen Soundwänden, Pop-Eingängigkeit und emotionaler Dringlichkeit, die man selten so großartig im Gleichgewicht hört. Jeder Song ist auf seine ganz eigene Art eine Perle, angefangen von schüchtern Gravenhurst-igem, wie „Ursa Minor“, bis hin zum unschlagbaren Herzensbrecher „Willow Lane“, das mit reduzierter Instrumentierung, effektivem Pianospiel und schmachtenden Vocals ähnliche Gänsehaut-effizienz wie einige der besten Radiohead-Stücke erreicht. The End of Music ist eines dieser Alben, denen man sich je näher fühlt umso öfter man sie hört, voller Songs, die einem nach einer Weile so ans Herzen wachsen, dass sie einen für den Rest des Lebens begleiten. Ein Album so überraschend wie großartig.

 


Stream: De La ManchaWillow Lane