Das Unternehmen des Moritz von Oswald Trios nimmt an Fahrt auf. Nachdem auf dem ersten Album Vertical Ascent von 2009 noch stagnierende Kühle dominierte und auf dem zweiten, Horizontal Structures (2011), dann erstmals Dramatik aufkam, scheint Fetch nun ganz von Bewegung in der Improvisation zu handeln. Denn hier verdichten sich die runden Bässe und Keyboardexkursionen von Max Loderbauer, die krachigen Metallpercussions von Sasu Ripatti alias Vladislav Delay sowie die dezenten Dubs des Namensgebers am Mischpult zu etwas, das man vielleicht „clubinformierten Jazz“ nennen könnte, müsste man dabei nicht sofort an deprimierende DJ-scratcht-zu-Düdelband-Experimente denken. Doch Fetch wirkt eher wie selbstvergessener ECM-Jazz, den aber jemand mit einem steten Puls in Schwung gebracht hat. Kein Wunder, schließlich ist auch der ECM-Bassist Marc Muellbauer wieder an Bord, dazu ein Klarinettist/Saxofonist sowie ein Trompeter, die allesamt Gewicht in die Jazz-Waagschale werfen. Dabei hatte sich von Oswald anfangs noch dagegen verwahrt, wenn man ihm sagte, man höre diese Musik in seinen Stücken. Doch auf der anderen Seite ist auch Tobias Freund alias Ostgut Ton-Künstler tobias. zu Gast, ein alter Freund der Familie. Und spätestens beim programmatisch betitelten Track „Club“ mit seinem Techno-Beat kommen hier zwei alte Musiken völlig neuartig zusammen. Eine vielversprechende Bewegung.