Hochglanz-Disco ist zurück. Nach einer langen Durststrecke zwischen bärtigen Schalträgern und ausrangierten Anzügen im rauen Klima des Undergrounds kehrt Disco dahin zurück, wo man in den Achtzigern den Weg verlor. Den Weg zu großen Bühnen, Heavy Rotations und High-End-Pop. Die Zeit ist reif für neue Stars vom Schlage eines Tyson, der nicht nur an der ideellen Ausrichtung von damals nahtlos anknüpft, sondern 80s-Disco noch einmal von Grund auf lebt. Von der ersten Moroder-Bassline bis zur letzten pathosgeschwängerten Synthesizer-Melodie. Alles so wie damals, nur dass der Sound auf das perfektionistische Produktionsniveau der Gegenwart poliert wurde. Eine Spur zu glatt allerdings, vielleicht muss das aber genau so sein, wenn man ganz nach oben will. Der Major-Hintergrund ist Tyson jedenfalls anzuhören, trübt allerdings in keiner Weise den Gesamteindruck – und die Ed-Banger-Bande hat sich ohnehin längst zum Fantum bekannt. Tysons Größenwahn imponiert jedenfalls mindestens so sehr wie seine soulige Kopfstimme, sein Pathos ist zu jeder Sekunde glaubhaft und in nahezu jeder einzelnen Nummer liegt ein Potenzial, das über die Kapazität der Clubs dieser Welt hinausreicht.

 


Video: TysonAfter You’re Gone