Vier Jahre nach Metanarrative meldet sich Mark Stewart alias Claro Intelecto endlich wieder in Albumlänge zurück. Allerdings nicht auf seinem einstigen Haus- und Hoflabel Modern Love, sondern bei den Niederländern von Delsin. Einen merklichen Einfluss auf Stewarts Produktionen hat dieser Wechsel jedoch kaum. Noch immer sind seine sanften Deep-House-Tracks und technoiden Soundlandschaften unterlegt von einem Wechselspiel aus bleischwerem Dub („Second Blood“), zaghaften Acid-Anleihen („Reformed“) und atmosphärischen Ambient-Momenten („Quiet Life“). Ohne dass die Tracks auch nur einen Moment retro oder aus der Zeit gefallen wirken, schillert es an allen Ecken und Enden vor analogen Details und blitzen Oldschool-verliebte Klangkristalle auf. Im Gegensatz zu seinem alten Modern-Love-Kompagnon Andy Stott, der sich mit seinen beiden letzten Doppel-12-Inches vollends seiner ganz eigenen, derb bollernden und extremst entschleunigten Variante von Techno gewidmet hat, pflegt Stewart auf Reform Club auch weiterhin den Kontrast von niederen und höheren BPM-Bereichen, zwischen Wärme und Kälte sowie zwischen Klarheit und einem Nebelschleier aus massig Reverb und Delay.

 

Stream: Claro IntelectoReform Club (Album Preview)

  • Merowinger

    Ein großartiges Album und eines meiner Highlights 2012. Bei Delsin kann man ohnehin nur wenig falsch machen.