Hendrik Weber alias Pantha du Prince und Stephan Abry, eins von zwei Kernmitgliedern der verkrauteten Experimentalband Workshop, verstehen sich gut. Offenbar so gut, dass sich die beiden eine Zeit lang in mehreren abgelegenen Hütten eingekuschelt haben, um an wechselnden Kaminen mit schlechtem Wetter vor der Tür ein Album unter dem Namen Ursprung einzuspielen. Die Musik darauf klingt denn auch so, wie die vermuteten Entstehungsumstände erwarten lassen: je nach Gefühlslage angenehm intim oder aufdringlich privatistisch. Es sind zehn uneigentliche, skizzenhafte, strukturell offene und offensichtlich zusammengejammte Stücke ganz im Geiste der monadenhaften Neunziger-Wohnzimmerhaftigkeit – indietronisch, eskapistisch, nach Innen gekehrt. Zu Geplucker und Geplicker twängelt meist eine Postrockgitarre, manchmal kommen Webersche Glockenwellen dazu oder ein paar Schabe- und Schiebegeräusche. Tja. Die Neunziger sind doch schon lange vorbei. Oder treibt uns die Krise nun wieder zurück in den Kokon?

 


Video: UrsprungExodus Now