Drogenwahn oder sorgfältig kalkulierte Verwirrungsstrategie? Bei Dean Blunt und Inga Copeland weiß man nie so genau, woran man wirklich ist. Die beiden Briten sind die Merry Pranksters des elektronischen Do-it-yourself-Pop: Ihre genial-dilettantische Lo-Fi-Musik und ihre rätselhaften YouTube-Videoclips wirken wie ein niemals endender Acid Test in einem psychedelischen Paralleluniversum. Bis vor kurzem nannten sie sich noch Hype Williams, nach dem amerikanischen Regisseur, der einmal für Busta Rhymes und Janet Jackson das teuerste Musikvideo aller Zeiten produzierte. Mit Black Is Beautiful legen sie nun ihr erstes Album für Hyperdub vor, dessen Cover das leicht verfremdete Logo des US-Magazins Ebony – einer afroamerikanischen Mischung aus Bürgerrechtszeitschrift und Celebrity-Heft – ziert. Die 15 namenlosen Stücke bieten statisches Rauschen, verdrehte Samples, schräge Melodien, verzerrten Gesang und verschleppte Beats zuhauf. Doch hinter dem so expressiv zur Schau gestellten Wahnsinn und Pseudo-Dilettantismus versteckt sich grundsolides Musikhandwerk, wie es gelegentlich eingestreute, fast schon virtuose Orgel- und Synthesizer-Solos beweisen. Wer möchte, findet sicher seine eigene Deutung für diese verwirrende Collage, für alle anderen gilt: Turn on, tune in, drop out!

 


Video: Dean Blunt and Inga Copeland1