Ein Mann, zehn Wochen Zeit, E-Gitarre, Mikrofon, ein kleiner Maschinenpark – und als Produktionsort das heimische Sofa: Was auf den ersten Blick nach eher minimalistisch gehaltenen Rahmenbedingungen klingt, erweist sich in seiner Kontemplation als kleiner Glücksfall. Rogue von Tolga Fidan, nach Onur Özers und Mathias Kadens Beiträgen das dritte Debütalbum auf Vakant, ist eine dieser Veröffentlichungen, die sich in ihrer Tiefe und angesichts formvollendeter Gefälligkeit erst nach mehrmaligem Hören erschließen – nicht völlig ohne irritierende Momente. In „Void” zum Beispiel erklingen mehrere voneinander unabhängig hörbare Elemente der 80s-Pop-Hymne „Sunglasses At Night” wieder, „Broken” hingegen rutscht gefährlich Richtung Kaffeehaus-Atmosphäre und ein paar gesamplete Gesprächsfetzen und Gläserklirren machen vielleicht etwas zu deutlich, dass hier jemand unbedingt auch außerhalb des Clubs gehört werden möchte (aber auch sollte). Doch wie gesagt: Beim dritten Hören tut das gar nicht mehr weh, sondern fügt sich erstaunlich gut ins gelungene Drumherum ein. Roadmovieslutfunk nannte das ein Freund, und was auch immer das sein soll: So klingt’s.

 

[soundcloud]http://soundcloud.com/melissa/tolga-fidan-fairwell-22[/soundcloud]
Download: Tolga FidanFairwell 22