Immer wieder schleicht sich in den hiesigen Diskurs über das Footwork-Phänomen aus Chicago die Behauptung ein, dass der Bootyhouse-Mutant auf mitteleuropäischen Tanzflächen nicht funktionieren könne. Schließlich seien die Beats des Genres zu wild, zu ungerade und vor allem als Soundtrack für akrobatische Breakdance-Battles und nicht für den Clubgebrauch gedacht. (Komisch, dass dieses Argument niemals zur Sprache kommt, wenn sich etabliertere Produzenten aus New York oder London durch den Stil inspirieren lassen.)

Deshalb muss man Veranstaltern wie den Machern der Berliner Partyreihe Bodywerk dankbar sein, dass sie unbeirrt daran arbeiten, solche Vermittlungsprobleme aus dem Weg zu räumen. Denn alleine durch Youtube-Clips lässt sich die Faszination des Genres nicht nachvollziehen – es muss am besten live erlebt werden. Dem Autor dieser Zeilen hat sich jedenfalls der erste Deutschland-Auftritt des Footwork-Pioniers DJ Rashad beim Debüt der Bodywerk-Reihe als das aufregendste DJ-Set des vergangenen Jahres eingeprägt. Wie sich Rashad durch die unterschiedlichen Varianten des Stils (gebrochene und gerade Beats, Bootleg-Remixe von Rave- und R&B-Hits) mischte und immer wieder hochgepitchte Techno-Klassiker einstreute, war spektakulär – und vor allem extrem tanzbar. Zugegeben: Footwork ist schnell, schweißtreibend und manchmal auch ziemlich plakativ. Aber genau deshalb ist es auch eines der faszinierendsten Rave-Genres der Gegenwart. Am Samstag kann man sich im Berliner Club Horst Krzbrg selbst davon überzeugen, wenn DJ Rashad und sein Produktionspartner DJ Spinn erneut bei Bodywerk zu Gast sind.

Die Party ist Teil des Spezialprogramms des Clubs zum Berliner Karneval der Kulturen, der das ganze Wochenende über praktisch vor dessen Haustüre tobt. Zu empfehlen ist dabei unter anderem auch das kostenlose Open Air am Sonntagnachmittag mit DJ-Sets von Objekt, Untold und Pangaea.

Wir verlosen 2×2 Gästelistenplätze für die Bodywerk-Party unter allen, die uns heute noch eine Mail mit dem Betreff Rashad & Spinn schicken.