Sven Kacirek weiß, was er tut. Kein halbgares trial & error Gemurkse, keine zerhackten Loops und Effekte. Für sein neues Album Scarlet Pitch Dreams hat der Hamburger den Pfad der ganz alten Schule betreten. Ergo: Musik vom Papier. Erst die Notation, dann wird eingespielt. Entsprechend komplex präsentieren sich die perkussiven Arrangements des ausgebildeten Jazz-Drummers, der für die elf Stücke seines neuen Albums fast alle Instrumente selbst eingespielt hat. Und es sind eine Menge Instrumente zu hören. Vom bloßen Shaker über eine Unzahl an verschiedenen Percussions bis hin zum großen Flügel ist alles dabei. Auch seine bereits auf früheren Alben deutlich gewordene Affinität zu Glockenspielen lebt Kacirek hier wieder in extenso aus, was zu einer zauberhaften Ästhetik zwischen animistisch anmutendem Beschwörungsritual und Ethno-Jazzkapelle führt. Besonders schön kommt das, wenn auch noch mit Rauschfrequenzen und Field Recordings montiert wird. Jazz für Fortgeschrittene, der sich trotz der experimentellen Form vor allem in Kombination mit den Gastvokalisten Jana Plewa, John Eckhardt und Johannes Huth extrem zugänglich erweist.

 


Stream: Sven KacirekScarlet Pitch Dreams (Vinyl Edit)