Heirlooms, der Titel von Dave Ajus neuem Album, bedeutet „Erbstücke“. Gewählt hat ihn der aus San Francisco stammende House-Produzent nicht zufällig. Denn die Tracks seines zweiten Longplayers sind zu großen Teilen unter der Zuhilfenahme von alten Instrumenten aufgenommen worden, die sein Vater ihm vermacht hat. Hinzu kommen Samples, die von ebenfalls geerbten Platten stammen. Also hat der US-Amerikaner, der früher auch mal Freestyle-MC und Beatboxer war, die Arbeitsweise seines Debüts, das vollständig aus Samples seiner eigenen Stimme bestand, nicht zur Masche erhoben. Was sich damals wie ein überambitioniertes Konzept las, klang in Wirklichkeit aber schlicht und einfach wie großartige Musik, die ihre Wurzeln in House oder P-Funk hatte. Und daran knüpft Heirlooms nahtlos an. Die zehn Tracks auf Heirlooms sind nicht in erster Linie mit der Tanzfläche vor Augen produziert worden. Es ist eine House-basierte Musik voller Detail und überbordender Ideen, die nicht zuletzt auch von Dave Ajus Stimme lebt. Dass dieser seine Heimat beim rührigen Pariser Leftfield-House-Label Circus Company gefunden hat, ist nur konsequent. Und so finden sich mit Jaws von dOP oder Guillaume & The Coutu Dumonts auch andere Mitglieder der Circus-Company-Familie auf Heirlooms wieder. Ein rundum gutes Album, hervorzuheben wären der nach Höherem strebende Opener, das P-funkige „Ms. Reposado“ und das schleppende, gleichermaßen jazz-funkig wie psychedelische „Revealing“, das den Schlusspunkt setzt.

  • Technotronica

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