NEUE GEMA-TARIFE „Dann können wir den Betrieb schließen!“

Foto: Watergate, Berlin

Anfang April kündigte die Urheberrechts-Verwertunggesellschaft GEMA eine Reform ihrer Tarife für Musikveranstaltungen an. Der bisher sehr unübersichtliche Gebührendschungel soll ab 2013 durch nur noch zwei Tarife für Veranstaltungen mit Live-Musik und mit „Tonträgerwiedergabe“ ersetzt werden. Neben einer „Vereinfachung der Tariflandschaft“ verspricht die Gesellschaft für kleinere Veranstaltungen „deutliche Vergünstigungen“, während die Vergütungen für größere Clubs und Diskotheken entsprechend der Raumgröße und der Eintrittspreise steigen würden.

Nach der Veröffentlichung der neuen GEMA-Tarifbestimmungen hallte ein Protestschrei durch die Clublandschaft. Denn während die Preise für einzelne Veranstaltungen ab dem kommenden Jahr eher moderat steigen, wurden in der neuen Tarifordnung die Jahrespauschalen für Club- und Diskothekenbetreiber ersatzlos gestrichen. Stattdessen werden nun die Gebühren für alle Veranstaltungen des Jahres addiert und ein pauschaler Rabatt von 10 Prozent gewährt. Was sich auf den ersten Blick relativ harmlos liest, bringt aber tatsächlich massive Kostensteigerungen für die Clubs mit sich, die viele Betriebe in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedrohen.

Wir haben einige Clubbetreiber gebeten, die Folgen der neuen GEMA-Tarife für ihre Locations zu schildern. Die Stellungnahmen aus der Leipziger Distillery und dem Berliner Watergate sind unten im vollen Wortlaut zu lesen. Während die GEMA und die Veranstalterverbände in einem Schiedsgerichtsverfahren eine Lösung für den Tarifstreit suchen, macht eine Reihe von Veranstaltern mit einer Online-Petition Druck auf die Verantwortlichen: Wenn mindestens 50.000 Unterschriften zusammenkommen, muss sich der Petitionsausschuss des Bundestagesmit dem Thema befassen soll diese beim Petitionsausschuss des Bundestages eingereicht werden.

 

Steffen Kache (Distillery, Leipzig)

„Für uns bedeuten die neuen GEMA-Tarife überschlagen, dass sich unsere jährlichen Zahlungen von etwa 7.000 auf 87.000 Euro erhöhen. Um am Ende über den Eintritt den selben Ertrag zu erzielen, müssten wir diesen von aktuell etwa 9 auf 14 Euro erhöhen. Das ist hier im Osten niemals umsetzbar. Über die Einnahmen an der Bar kann man die höheren Kosten auch nicht kompensieren. Dort fallen zwar keine GEMA-Gebühren an, der Wareneinsatz und der höhere Umsatzsteuersatz für Getränke heben diese Ersparnis aber wieder auf. Wir haben also als Club keinerlei Schlupflöcher. Letztendlich würden die neuen Gebühren dazu führen, dass wir schließen müssen. Denn die 80.000 Euro Mehrkosten sind für uns nicht zu erwirtschaften. Eine Eintrittspreiserhöhung würde dazu führen, dass weniger Gäste kommen, einfach weil die sich das nicht mehr so oft leisten können.“

 

Steffen Hack (Watergate, Berlin)

„Wir haben, um sicher zu gehen, bei der GEMA angerufen und wollten auf Grund unserer GEMA-Nummer die neuen Tarife erfragen. Wenn es denn wirklich, so wie in den Medien kommuniziert, um bis über 1.000 Prozent teurer werden wird, können wir den Betrieb schließen! Unseren Anruf beantwortete ein netter, eloquenter Mensch, der uns aber nicht sagen konnte, was wir nach der Tarifreform zahlen müssen, aber in einem zehnminütigen Gespräch zehn Mal erklärte, dass ab jetzt alles viel transparenter läuft. Na dann gute Nacht! Der Hammer ist auch, wie die GEMA das kommuniziert. Wir haben am 13. April einen Brief von der GEMA erhalten mit dem verheißungsvollen Titel Tarifvereinfachung – Entlastung für kleinere Veranstaltungen. Ich habe versucht, es selbst auszurechnen, und bin auf Zahlen zwischen 50.000 und 140.000 Euro pro Jahr gekommen, was eine Erhöhung von 500 bis 1.400 Prozent bedeuten würde. Das ist schlicht Wucher!

 

Stephan Büttner (Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e.V.)

„Die neuen Tarife sind für tausende Clubs und Diskotheken definitiv existenzgefährdend. Sie führen bei diesen Betrieben zu GEMA-Erhöhungen von durchschnittlich 400 bis 600 Prozent. Für einen Dancefloor in einer Diskothek oder für einen kleinen Club von etwa 210 qm und einem Eintrittsgeld von nur 6 Euro bei 12 Öffnungstagen im Monat erhöhen sich die GEMA-Gebühren von etwa 8.000 Euro auf ca. 48.000 Euro pro Jahr. Betriebe von 310 qm mit einem Eintrittsgeld von 15 Euro zahlen sogar ca. 1.300 % mehr, anstatt ca. 10.000 Euro dann 130.00 Euro Jahr.

Sollte diese Reform tatsächlich umgesetzt werden, ist eine Verarmung der Veranstaltungskultur in Deutschland zu befürchten. Es wird zu einem Club- und Diskothekensterben kommen. Aber auch sonstige Veranstaltungen mit Live- oder Tonträgermusik, z.B. in der Gastronomie in Verbindung mit Essen und Tanz (Silvesterveranstaltungen, Osterbrunch etc.) werden deutlich weniger angeboten werden.

Unser Verband wird sich mit allen zur Verfügung stehenden Mittel gegen diese willkürlichen Forderungen der GEMA zur Wehr setzen. Das von der GEMA beim Deutschen Patent- und Markenamt angestrebte Schiedsstellen-Verfahren wird vermutlich nicht das Endergebnis bringen. Im Zweifel muss ein Gerichtsverfahren bis zur letzten Instanz geführt werden. Wir rufen vielmehr die Aufsichtsbehörden, das Deutsche Patent- und Markenamt sowie das Bundeskartellamt, auf, ihre Kontrollaufgaben wahrzunehmen und gegen die willkürlichen Forderungen des Monopolisten GEMA einzuschreiten. Denn diese versucht offensichtlich ihre marktbeherrschende Stellung auszunutzen, um gewaltige Tariferhöhungen im Markt zu Lasten der Musikveranstalter durchzusetzen.“

  • Das ist so eine dermaßen unglaubliche und unfassbare Freichheit, dass mir irgendwie doch die Worte fehlen!
    Wie kann man denn auf so ekelhafte, scheinheilige, schleimige Weise unterm Deckmantel der „Vereinfachung von Strukuren“ auf Kosten der Lebensfreude anderer dem Geld hinterherkriechen?
    Ich finde es in diesem Fall angebracht so viele unangemeldete Open Airs und Parties wie möglich zu machen, als Künstler auf die Gema zu scheißen und mit erhobenen Fäusten zu Tanzen.
    FUCK YOU!

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  • südstadt

    Macht kaputt, was Euch kaputt macht!

  • GEMA Freie CLUB musik gibs doch zuhauf. und haben die clubs nicht wenigstens im Ansatz die Idee von ner Art schaffendem Kulturbetrieb?

    Just saying. dig a little deeper.

    und an die Kuenstler. Raus aus den bequemen Federn. Mehr Tapes auf dem Gig verticken, weniger Kiffen, die Staatspropagandakassen noch n bissle mehr ausbluten lassen, … aktiv gegen Wohlstandsprobleme.

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  • Tobias

    könnte man nicht das erste getränk an der bar um zb.10 erhöhen…und dann kostenlosen eintritt machen ;)

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  • T.S.

    Die Club- und Disco-Landschaft stirbt in Deutschland jetzt schon genauso aus wie die Gaststätten und wenn das Spiel so weiter geht braucht man sich nicht wundern, wenn die Wahlbeteiligung der Jugend abnimmt und immer mehr Leute ins Ausland abwandern. Sämtliche Anreize die der Jugend in Deutschland geboten wurden verschwinden immer mehr und mehr. Ganz zu schweigen von dem gravierendem OST-West-Gefälle, was ich eigentlich ungern anspreche, welches aber Tatsache ist. Eine Generation aus Rentnern und Pflegebedürftigen sowie Leuten die nicht mehr feiern gehen werden dann wohl kaum noch Geld an die GEMA zahlen können. Wer soll es dann machen??? Wovon sollen die Künstler dann später leben??? Ein Tip an die GEMA: „Die Hand die einen füttert soll man nicht beißen!“

  • dot tilde dot

    es ist ja nun nicht so, dass die gema eine ähnliche stellung hätte, wie die erdölindustrie. und selbst im energiesektor verändert sich der geschäftsrahmen.

    wenn das nicht blinde luftschüsse mit der flak für die inszenierte luftschlacht sind, kann es doch kaum besseres marketing für neue lizenzen, für nachfolger der bisherigen verwertungsgesellschaften, für musikbusiness mit möglichst wenig bürokratie geben.

    reisende soll man nicht aufhalten. bitte nach ihnen, gema. ob gegen die wand oder in den abgrund – wir werden abstand halten.

    .~.

  • Pingback: Anonymous()

  • keine ahnung….was da auf uns zu kommt im nächsten jahr!wir haben jetzt schon immer sehr viel stress mit der gema. ein jahr später schreibt uns die gema das ein musiker doch in der gema ist und wir bekommen eine rechnung. wir zahlen jetzt schon 6000 euro gema im jahr!!!! für unseren kleinen laden mit miniumsätzen sehr viel! nur für die livemusik und obwohl wir nur mit dem hut rum gehen. wenn das noch mehr wird müssen wir den konzertbetrieb im nächsten jahr wohl auch einstellen. :-(

  • PeterPanski

    Wenn die Künstler endlich mal alle schnallen das die GEMA ihnen schadet und nicht hilft, dann ist das schon mal ein richtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein großes Vorbild ist Jochem Paap aka Speedy J, der unter dem Namen seines Sohnes (Achtung Hörensagen!) veröffentlicht um damit die GEMA und seine alten Pflichten zu umgehen.
    Ich tippe mal, dass man mit dem Verkauf von Platten und MP3s in der heutigen Zeit kein/kaum Geld mehr verdienen kann. Daher bleibt dem DJ an sich nur noch der Gig und wenn die Clubs alle schließen ist dem die Grundlage entzogen. Was bleibt ist die Möglichkeit von CC lizensierter Musik. Wenn sich selbst „die Großen“ mal dazu durchringen würden ihre Tracks auf Netlabels unter CC Lizenz rauszubringen könnten alle im Club die Tracks spielen ohne diese GEMA Gebühr. Das CC Lizenz nicht gleich kostenlos verfügbar heißt sollte hierbei jedem klar sein. Setzt man das konsequent durch hat die GEMA nichts mehr zu lachen und ist eher pleite als eine Umdrehung der Platte auf 33 durchgelaufen ist.
    Das Problem ist in meinen Augen, dass sich alle vor der GEMA in die Hose machen und deren „Pseudo-Macht“ fürchten. Was machen die denn wenn keine neue Musik (u.a.) von denen „verwaltet“ wird? Denkt mal drüber nach!

  • Gehmal Nach Hause Gema

    Die Mainstream-Medien und die weltweite Politik werden sehr bald der Vergangeheit angehören, genauso wie die Gema. Einfach das Ego einmal „abschalten“ und kein Copyright mehr setzen und die perfiden, geldgierigen und machthungrigen Einrichtungen werden an ihrer eigenen Einstellung zu Grunde gehen. Sieht man heutzutage sowieso überall. Egal ob in Politik, Religion oder in der Finanzwelt. Die verwerfliche und ausbeuterische Ego-Kultur hat ausgedient. Wir brauchen die da „Oben“ nicht mehr – aber sie brauchen UNS. WIR drehen den Spieß jetzt ‚mal um. Denen unsere Rechte geben? Den Pseudo „Staat“ (BRD GmbH) unsere Stimme geben? Einer Religion meinen Glauben geben? Wie bekloppt muß man eigentlich sein ….

  • fab77

    übernommen von Christopher Lauer

    Neue Infos zum GEMAinduzierten Clubsterben

    Vor dem Hintergrund meines letzten Blogbeitrages zur neuen Preisstruktur der GEMA habe ich heute im Plenum in der Fragerunde folgende Fragen gestellt:

    Wie bewertet der Senat die ab 2013 neu geltende Preisstruktur bei der GEMA im Hinblick auf die Berliner Clubszene?
    Beabsichtigt der Senat, im Sinne der Berliner Clubszene aktiv zu werden, um ein GEMAinduziertes Clubsterben zu verhindern?

    Es antwortete, was mich etwas wunderte, nicht Kultursenator Herr Wowereit sondern Frau von Obernitz, die ja Wirtschaftssenatorin ist. Frau von Obernitz antwortete Sinngemäß:

    Es gibt verschiedene ansichten darüber, wie sich die Preisänderungen der GEMA auf Musikveranstaltungen auswirken werden
    Momentan gibt es ein Schiedsverfahren, bei dem nochmal geklärt wird, ob die neue Preisstruktur der GEMA wirklich so sinnvoll ist
    Der Senat von Berlin wartet ab, bis dieses Schiedsverfahren vorbei ist und wird dann ggf. aktiv werden
    Bisher haben sich noch keine Clubbesitzer bei Frau Obernitz bezüglich der GEMA-Neuregelung gemeldet

    Ich interpretiere ihre Antwort also dahingehend, dass sich Veranstalter und Clubbetreiber in Berlin, die ein Problem mit der GEMA-Neuregelung haben bei Frau von Obernitz melden sollen. Wie man sie erreicht kann man hier nachlesen.

  • Danny

    Ganz ehrlich hilfreicher Tip war nicht dabei!!

  • A.H.

    Tja das steigert doch das Vereinsregiester und die Zusammenarbeit
    da bleibt nur eins aus 1 mach 2 ;-)
    dann gibt es bestimmt dem nächst viele
    gemeinützige Vereine mit kostenlosen Events

    die sich mit dem Ausschankbetrieb der Tür gegenüber
    gut verstehen ;-)
    und die GEMA muß für Ihren guten durchblick
    des Tarif Dschungels wieder einen neuen Tarif für Vereine
    machen womit jetzt schon alle Vereine darauf gespannt sind ;-)

  • Marius

    „Verband der Diskothekenbetreiber“ im Groove? Sich mit denen zu solidarisieren bringt politisch gar nichts. Im Gegensatz zu Clubs wird hier nämlich 100% GEMA gespielt. Sorry Leute- bitte nächstes Mal lieber die Clubcommission befragen…

  • meinemeinung

    an Tobias Künzel

    schäm dich für deine haltung in deinem letzten TV-talk als einer der Gema-chefie’s … laber laber und seier seier, nur blöd das man dein Lügen in deine Augen gesehen hat und wenn man dann noch dabei von einem diskusionsbeteiligten erwischt und direkt angesprochen wird und man dazu dann nur „schweigend“ den kopf senkt/senken kann (wegschaut, weil man dem anderen nicht in die augen schauen kann).

    wart ab du held ! für dich (euch) gibs bald keinen Bockwurstregen mehr !!!

    ——-

    zum thema:
    zukünftig eintritt weg lassen,
    vereine gründen (reicht der beitritt bei erstbesuchs des clubs und beitragszahlung/en in form von veranstaltungunkostenbeitrag) dabei dann barbertieb und den club getrennt (getränkeverkauf über normale firma – club ist an ein „verein“ vermietet oder selbst einer)

    achja:
    und die GEMA an sich ist eine gute einrichtung, aber wie fast überall haut es mit der umsetzung durch Chefie’s mit $-augen nicht hin.

  • Pingback: ∞ Neue GEMA-Tarife: Statt 7000,- EUR jetzt 87000,- EUR?()

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  • Da müssen sich die Clubs wohl ein neues Geschäftsmodell suchen. Soll ja beim Urheberrecht auch funktionieren, habe ich mir von den Piraten sagen lassen…

  • Mike Wolf

    Gema, can deal with pop music.. No one give’s a shit, but there should be a totally different approach to underground music, If this becomes a reality I see quite a lot of bars and clubs closing and in affect putting more artists out of work as dj’s or live performance, so instead of putting money in there hands your taking the food out of there mouths!

  • Lulatsch

    Wie ist das eigentlich weltweit?
    Die Gema ist doch dafür zuständig, das weltweit die Künstler ihr Geld bekommen…
    Wie schaut das dann eigentlich in ärmeren Ländern aus?
    Wobei, da ist es ja egal, denn die Merkel unterstützt diese Länder dann einfach mit n paar Milliarden ;)

    Aber wenn die Gema jetzt die Gebühren anhebt, bekommen die Künstler dann auch bis zu 1000 % mehr Gehalt?

    Ich werde Künstler ;)

  • Hier gibt’s ein interessantes Interview mit der GEMA: http://ow.ly/1LhUTe 

  • Die Initiative Kultur-retten.de informiert und geht gegen die Tarifreform vor:

    http://kultur-retten.de

    Hier gibt es u.a. auch einen Tarifrechner.

  • Die Gema ist Nehmer, wird sich wohl nicht ändern, und man muss sich wohl oder übel arrangieren.

  • dasjh asdfjasdf

    Ich denke nicht das Künstler viel mehr Geld bekommen…

    Die sind sowieso immer die ärmsten, da kommt weniger Geld an als man nach den Aktionen hier oder nach Youtube sperrungen erwarten würde…

    Gema ist nach Meiner Meinung nur ein Verein der Profit machen will…

  • Shred

    So leicht ist das mit dem spielen ausschließlich von CC-Musik nicht. Die GEMA vermutet, dass man trotzdem auch Musik von ihren Künstlern spielt, und bittet erst einmal zur Kasse. Man muss das Gegenteil beweisen, um sein Geld zurückzubekommen (oder wohl auch nicht). Einfach mal nach „GEMA-Vermutung“ googeln!

    Und den Musikpiraten helfen, die wollen die Beweislastumkehr nämlich kippen und suchen Unterstützung: http://musik.klarmachen-zum-aendern.de/pressemitteilung/2011/10/08/operation_gema-vermutung-1255

  • >>> KEINEN EINFLUSS AUF DEN PETITIONSAUSSCHUSS <<<

    Im Artikel steht:

    "Sobald 50.000 Unterschriften zusammenkommen, muss sich der Petitionsausschuss des Bundestages mit dem Thema befassen."

    Aber das ist doch nicht korrekt, oder? Das gilt doch NUR für die offiziellen Petitionen auf der Website des Bundestages. Natürlich kann man durch viele Unterschriften die Aufmerksamkeit auf das Thema erhöhen, aber so weit ich weiß hat OpenPetition.de offiziell erst mal keinen direkten Einfluss auf den Petitionsausschuss des Bundestages.

    Im Impressum von openpetition.de steht:

    "Non Government, Non Profit
    Diese Seiten sind das Ergebnis einer privaten Initiative die sich für eine Vereinfachung und Weiterentwicklung der Instrumente der partizipativen Demokratie einsetzt…"

    In den Nutzungsbedingungen steht:

    "Der Petent verpflichtet sich, nach Beendigung der Zeichnungsfrist die Petition beim Petitionsempfänger einzureichen und die Unterstützer der Petition zeitnah über den Bearbeitungsfortschritt zu informieren."

    Somit ist die OpenPetition erst mal NUR eine beliebige Unterschriftensammlung!

    Ich konnte nirgends einen Hinweis darauf finden, dass das Ergebnis einer Petition – auch nicht bei über 50.000 Unterschriften – den Petitionsausschuss zu einer Befassung des Themas verpflichtet.

    Anders hingegen ist es auf der offiziellen Petitions-Website des Bundestages:

    https://epetitionen.bundestag.de/

    • Daniel Fersch

      Du hast recht, das war nicht genau genug formuliert! Im Hilfebereich von OpenPetition.de steht:

      „Der Unterschied besteht darin, dass ePetitionen zuerst beim Bundestag eingereicht werden und dann die Zeichnungsfrist beginnt, wohingegen bei openPetition erst die Zeichnungsfrist läuft und dann im Anschluß die Unterschriften als Sammelpetition beim Bundestag eingereicht werden.“

      http://openpetition.de/blog/hilfe/

      Sprich: Eine OpenPetition ist keine ePetition, die direkt an den Petitionsausschuss gestellt wird. Sobald aber genügend Unterschriften gesammelt wurden, kann eine OpenPetition aber als Massen- bzw. Sammelpetition beim Bundestag eingereicht werden.

  • @Tilman, den Gedanken hatte ich schon konkreter!
    Ja, was mir unabhängig von der ganzen Diskussion und (Netz)Politik aufgefallen ist:
    Mir ist bekannt, dass (sehr?) viel „Club“Musik ohne Gema veröffentlicht (auch gepresst) wird – mache ich nicht anders (selbst „Pressender“ bzw. auch mal Digitalvertrieb). Egal ob Digital oder Vinyl, wenn man es als Club schafft eine Playlist an die Gema zu melden (ggf. heutzutage mittels immer mehr Technik besser mögich), der müsste bei der Einzelabrechnung doch bei Beachtung von Gema-Freier Musik mit NULL Kosten rausgehen – alternativ ein wenig zahlen – was ich am realistischsten halte ohne die Musik vorzuschreiben. Wer das konkreter weiss, bitte mal antworten. Danke.
    Gruß, Karsten
    (Kontakt über Webseite ka.pe versteckt möglich)

  • Mario

    Interessant ist übrigens eine Anfrage von Christopher Lauer an den Berliner Senat, ob dieser eine Meinung dazu hat, wie sie dem Clubsterben von Berlin entgegen treten wollen etc. Antwort: es gibt keine Meinung oder Haltung dazu. Begründung: bisher hat sich noch kein Clubbetreiber bei der Berliner Regierung gemeldet.

    Also liebe Berliner Clubbetreiber, wendet euch an die Politik; legt den Sachverhalt der exorbitanten Preiserhöhung klar; macht der Regierung verständlich, dass Berlin bald nicht mehr als Clubhochburg gelten wird, sollte die GEMA die neuen Tarife wirklich einführen; und ruft allen ins Gedächtnis, das Berlin nicht zuletzt wegen der bekannten Clubszene ein beliebter Urlaubsort ist und ohne die Touristen einfach verdammt viel Geld in der Kasse fehlen würde! Werdet aktiv, auch politisch!!

    http://www.christopherlauer.de/2012/04/26/gema-2/

  • Für Veranstalter, die Ihre Besucher auf clevere Weise über die Problematik informieren möchten, bietet die Initiative Kultur-retten.de den „unterstützenswerte Veranstaltung“-Stempel zur Einbettung in Ihre Flyer/Poster etc.

    Mehr Informationen hierzu erhalten Sie unter:
    http://www.kultur-retten.de/index.php/31-kultur-retten-de-siegel-schuetzenswerte-veranstaltung-released

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  • Anonym

    Wollte erst die Petition unterzeichnen, habe es dann aber gelassen. Begründung:

    Je eher die Menschen merken, dass die GEMA ein Feind und keine nützliche Einrichtung ist, desto besser. Wenn ihre Lieblingsdiskothek deswegen (temporär) schließen muss, und der Shitstorm gegen die GEMA dadurch noch größer wird, umso besser.
    Die Diskothekenbesitzer tun mir nur Leid, aber ihr bringt ein großes Opfer: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

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  • Peter Shaw

    Als Veranstalter frankfurter Technoparty kann ich dazu nur sagen: schade, denn die Kosten kann keiner, wenn vieleicht auch tragen, aber nicht mehr abschätzen. Ich kann so keine guten DJ’s buchen da die Kostenvorlagen mit den Besucherzahlen steigen. Clubs werden sich daraf nicht einlassen udn es an die Veranstalter umwelzen. Gut ist, das die Szene so gezwungen wird sich zu besinnen und neu zu sortieren. Illegale Veranstaltungen sind der einzge Weg auf die wahren Werte zwischen Mensch und Musik zu kommen. Ab hier können wir wieder schauen, wie wir eine Planung aufstellen. Strafzahlungen sind m.u. überschaubarer als Tarifkalkulationen.
    Gruß und Kuss,
    ps.

  • Jemand

    Da gibt es immer diese Gerüchte, es gäbe genug un d gute CC musik – könnte man nicht eine schöne liste an alle Clubs weiterschicken – damit die einfach ohne Gema weitermachen können?

    Oder denke ich da einfach zu einfach?

  • Einfach http://pro.jamendo.com/de/ Jamendo Pro nehmen. Damit hat man leider keine deutsche Mainstreammusik, ist aber erheblich günstiger.

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  • Tony H.

    Interessant, was sich die GEMA so alles einfallen lässt. Ich bin selber Veranstalter. Aufgrund der jetzt schon nicht so billigen Gebühren der GEMA habe ich mein niveau von etwa 10-15 Veranstaltungen pro Jahr auf etwa 5 gesenkt, einfach weil ich mir das nicht mehr leisten kann. Wenns jetzt noch teurer wird, häng ich das ganz an den Nagel.
    Ich hoffe nur, dass irgendwer sich im Stande sieht dieser Wucherei und Wegelagerei der GEMA ein ende zu setzen.

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  • Chris

    …..kann man nicht eine eigene Form von Gema gründen….????????

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  • Igge

    Hallo zusammen, ich versuche möglicht viele Betroffene (Künstler,Clubs,Discos,DJ´s und DJanes) in einer Gruppe bei facebook zu organisieren. Ziel ist ein Sprachrohr und eine Organisation für dieses brennende Thema zu schaffen. Selbst wenn die Petition gegen die Tariferhöhung erfolg haben sollte, wäre eine Alternative zur GEMA/GVL vonnöten bzw. eigentlich ganz einfach. Ich würde mich freuen, wenn sich dieser Gruppe möglichst viele anschließen.
    Vielen Dank – Gruß Igge

    https://www.facebook.com/groups/258187027616534/

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  • Luno

    Die Mayas haben es doch vorhergesagt…Ende 2012 geht die (Club- & Disco)-Welt unter! ;-(

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