Die Brachial-Spaß-Rapper Deichkind veröffentlichen ihr fünftes Album. Geändert hat sich praktisch nichts. Was die Ärzte für Deutsch-Rock sind, sind Deichkind für Deutsch-Rap, abzüglich des Charmes. Und so stehen die Hamburger mit beiden Beinen noch immer in den Pausenhöfen der deutschen Gymnasien, und kalauern sich einen in Songs, die „99 Bierkanister“ oder „Leider geil“ heißen. Befehl von ganz unten gibt sich als Deklaration der Unterschicht und des Untergrunds. In Reimen, die eher an die finstersten Jahre von Udo Lindenberg als an Rap erinnern, lässt man Rebellentum und Systemkritik raushängen. Dass das Album unter diesen Umständen mit einem Stück schließt, dass die Polit-Punk-Veteranen Slime featuret, wundert einen dann nicht mehr wirklich. Musikalisch bleiben Deichkind ihrem Tech-Rap-Sound treu. Es bratzt weiter ordentlich, und mancher Track wäre als Instrumental womöglich gar nicht so uninteressant. Doch wir werden weiter mit verbalen Sektduschen und gerapptem Trampolinspringen malträtiert. Leider gar nicht geil.