Kristian Beyer und Frank Wiedemann alias Âme suchen und finden den Techno im House und den House im Techno, ohne dabei je bei Tech House zu landen. Vielmehr vermitteln sie, bei aller House-Deepness, immer auch ein Gefühl von Härte, Ekstase und Exzess, das sie stets vor dem Versinken und Versacken bewahrt. Welche lange Perlenschnur von Hits (fast jedes Jahr einen!) ihnen dieses Vorgehen bislang beschert hat, kann man sich mit diesem fantastisch glitzernden und vermutlich im Studio noch ein wenig nachpolierten Livemitschnitt noch mal vor Ohren führen, mit dem Âme auch die Nachfrage nach einem Nachfolger zum acht Jahre alten Debütalbum dämpfen. Sie sind sich dabei zum Glück nicht zu schade, von „Nia“ und „Rej“ (2004 beziehungsweise 2005) über „Where We At“ (2006) bis zu ihrem letzten Überhit, dem Remix von Osunlades „Envision“, noch mal fast alle großen Momente der vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen – darunter Remixe für ein Spektrum von Underworld über Gui Boratto bis Roy Ayers. Mitreißend in seiner Erhabenheit, Passion und technischen Perfektion.